Der Gevelsberger Stadtteil Berge liegt im Nordosten Gevelsbergs.

Bis zur Eingemeindung im Rahmen der Kommunalen Gebietsreform am 1. Januar 1970 war Berge eine selbstständige Landgemeinde und gehörte zum Amt Volmarstein. Heute umfasst Berge ca. 5,1 Quadratkilometer und hat ca. 2.800 Einwohner.

Bis 1970 gehörten noch einige Flächen am Schmandbruch und nördlich der Autobahn A1 zur damaligen Gemeinde, die nunmehr Teil des Stadtgebiets von Wetter sind.

Geschichte

Zwei jungsteinzeitliche Steinbeile, die auf Berger Gebiet gefunden wurden, belegen, dass sich Menschen bereits im Neolithikum hier aufgehalten haben.

Als urkundliche Ersterwähnung der Gemeinde Berge gilt eine Urkunde vom 31. Oktober 1367, in der ein „Herman van Berchem gen. Rochol“ als Zeuge genannt wird.

Im Jahr 1486 wurden im Schatzbuch der Grafschaft Mark 13 Steuerpflichtige genannt, allerdings ist davon auszugehen, dass mehr Siedlungsstellen vorhanden waren, da adelige Güter, Kirchengüter und einzelne abhängige Kötter hierbei nicht geführt wurden.

Während als ursprüngliche Bezeichnung der Ansiedlung „Berkenberger Burschop“ überliefert ist, taucht seit Mitte des 19. Jahrhunderts nur noch der Name „Gemeinde Berge“ oder „Landgemeinde Berge“ auf.

Bis weit in das 20. Jahrhundert war Berge eine kleine Landgemeinde und durch eine Streusiedlungsstruktur aus einzelnen Kotten, Höfen und Gütern geprägt. Als bedeutendste Siedlungsstellen sind hierbei das ritterliche Gut Rocholz und Gut Berge zu nennen. Am Rocholz waren auch die einzigen größeren gewerblichen Unternehmungen bis Ende des 19. Jahrhunderts lokalisiert: der obere und der untere Rocholzer Hammer sowie die Garnbleichen am Gut Rocholz.

Vom späten 18. Jahrhundert bis 1968 bestand eine Schule am Heck.

20. Jahrhundert bis Gegenwart

Intensiverer, zusammenhängender Siedlungsbau fand ab den 1930er Jahren an der unteren Geer und ab den 1950er Jahren im Ortsteil Knapp statt.
Heute besteht Berge neben den direkt an die Gevelsberger Siedlungsbereiche angrenzenden Bebauungen aus den Ortsteilen Berge-Knapp und Berge-Heck. Dazu kommen verstreut liegende Ansiedlungen und landwirtschaftliche Betriebe. Charakteristisch für das Ortsbild Berges ist die Anfang der 1970er Jahre entstandene Siedlung Berge-Knapp mit ihrer bis zu achtgeschossigen Bebauung.

Die landwirtschaftliche Nutzung prägt noch immer die Außenbereiche der Berger Gemarkung, wobei der östliche Bereich durch Pferdehaltung dominiert wird.
Als Besonderheit besteht auf Gut Berge eine Deckstation des Landgestüts Warendorf.
Am Rocholz findet jährlich der Auftrieb des roten Höhenviehs statt, welches hier als Landschaftspfleger im Einsatz ist.
Seit 1995 wurden weite Flächen um die Güter Berge und Berkenberg in einen landschaftlich attraktiv gelegenen Golfplatz umgewandelt.

Berge-Knapp hat einen eigenen S-Bahn-Haltepunkt und ist mit zwei Buslinien an Gevelsberg und Hagen angeschlossen. Die Autobahnausfahrt Gevelsberg liegt knapp jenseits der Gemarkungsgrenze, ebenso wie die ehemalige B7, nunmehr L700.
Entlang der Ennepe kann die Gevelsberger Innenstadt mit dem Fahrrad in 10 bis 15 Minuten erreicht werden.

In der Gemarkung Berge befinden sich einige wichtige Infrastruktureinrichtungen Gevelsbergs: die Kläranlage des Ruhrverbandes im Tal der Ennepe, an der Berchemallee der 1985 eröffnete Zentralfriedhof sowie die Feuerwache Ost der Stadt Gevelsberg.

Sehenswürdigkeiten

Wichtigste Sehenswürdigkeit Berges ist Gut Rocholz, ein ehemaliger Adelssitz mit einem schlossähnlichem, von einem Wassergraben umgebenen Hauptgebäude aus dem Jahr 1696.

Außerdem befinden sich auf Berger Gebiet weitere denkmalgeschützte Gebäude – die sogenannte „Bleichhütte“, ein aus dem 18. Jahrhundert stammendes Fachwerkhaus an der Rocholzallee (ehemalige Garnbleicherei/Gesindewohnhaus), ein zu den ehemaligen Hammerwerken und der Mühle gehörendes Schieferdoppelhaus (um 1850), das als Arbeiterwohnhaus diente, sowie zwei Fachwerkhäuser im Bereich Westfeld.

In einem der Fachwerkhäuser am Westfeld befand sich eine Kleineisenschmiede, in der Schlösser in Heimarbeit hergestellt wurden, was eine der früher häufigen Erwerbstätigkeiten in unserem Raum darstellt.

Naherholung/Naturschutz

Das Berger Gebiet zeichnet sich durch eine von Wanderwegen erschlossene Landschaft aus, die der Naherholung in der Natur viel Raum bietet.

Beliebt bei Spaziergängern und Joggern ist der ca. 1 km lange Rundweg um den 1968 eingestauten Berger See.

Am Waldrand an der Westfelder Straße wurde 2006 eine alte Viehtränke zu einem wertigen Feuchtbiotop umgewandelt.
Weiter die Westfelder Straße in Richtung Knapp hinunter liegt das Mäsental, ein Bestandteil des sich bis zur Autobahn auf Asbecker Gemarkung ziehenden Naturschutzgebietes „Krabbenheider Bachtal“.

Mit den Schönungsteichen der Kläranlage findet sich im Stadtteil ein gelungenes Beispiel dafür, wie moderne Infrastruktur, Naturschutz und Naherholung in Einklang gebracht werden können.
Regelmäßig führt der NABU EN in Zusammenarbeit mit dem Gevelsberger Heimatverein vogelkundliche Exkursionen zu den Schönungsteichen durch.
Neben Höckerschwänen, Graureihern, Kormoranen, Lachmöven, Stockenten, Reiherenten, Krickenten, Grau-, Nil- und Kanadagänsen, Zwergtauchern, Teich- und Blässrallen kann hier auch der Eisvogel beim Ansitzen oder Jagen beobachtet werden.

Veranstaltungen

Jährlich locken verschiedene Veranstaltungen auch Besucherinnen und Besucher aus benachbarten Stadtteilen nach Berge: das Feuerwehrfest der freiwilligen Feuerwehr Anfang Juni, das Stadtteilfest auf dem P+R-Platz Anfang September, das Gemeindefest der ev. Kirchengemeinde und die Fohlenschau auf Gut Berge.


Fotos


Motive: Gut Rocholz (Haupthaus/3 Ansichten), Verbindungsweg Berge-Vogelsang mit S-Bahn, Berger See, Berger See im Winter, Schönungsteiche, Eisvogel, Schönungsteiche

Fotos: Belz/Weppner-Belz