Im Einschnitt der alten Bahntrasse am Klosterholz hat eine Population der hierzulande sehr seltenen Gemeinen Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans) ihren Lebensraum.
Die Geburtshelferkröte ist in der Liste der bedrohten Tierarten geführt und eine der in NRW und Deutschland streng geschützten Arten.


Männliche Geburtshelferköte mit Laichschnüren
Fotograf: Christian Fischer
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Als Lebensraum benötigt die Geburtshelferkröte offene und halboffene wärmebegünstigte Flächen mit vielen bodenfeuchten Versteckmöglichkeiten wie Steinplatten, Steinhaufen etc. Zusätzlich müssen für die Amphibien Laichgewässer vorhanden sein, wobei die Geburtshelferkröte relativ anspruchslos hinsichtlich Größe und Wasserführung ist. Typische Lebensräume in Deutschland sind z. B. Steinbrüche, Tongruben, militärische Übungsplätze, aber auch Sekundärlebensräume wie der Bahneinschnitt oder Flächen im Siedlungsbereich. Die kennzeichnende Besonderheit ist, dass diese Krötenart Ihren Laich nicht „einfach“ in einem Gewässer ablegt, sondern dass die Krötenmännchen die Laichschnur bis zum Ende der Embryonalperiode um die Hinterbeine gewickelt mit sich herumtragen und die Larven erst kurz vor dem Schlüpfen in Gewässer absetzen.

Für die Bauzeit des Radweges auf der alten Bahntrasse wurde durch den Landesbetrieb Straßen NRW ein kleines Ersatzhabitat südlich der Klosterholzstraße zur Zwischenunterbringung angelegt.


Im Zuge der Entwicklung des Baugebietes „Dörnerbusch“ wurden als Ausgleichsmaßnahme zwei Ersatzhabitate direkt östlich des vorhandenen Bestands angelegt. Die Ersatzhabitate umfassen flächige Stein- und Schotterschüttungen und innerhalb dieser Flächen angelegte Teiche, die als Laichgewässer dienen sollen.



 

Ersatzmaßnahmen Streuobstwiese und Geröllfeld für Geburtshelferkröten

Die Stein- und Schotterflächen sollen aufgrund der Ansprüche der Geburtshelferkröten an besonnte und halbschattige Habitate mit nur geringem Bewuchs auch dauerhaft offengehalten werden, um die Ende der 2010er Jahre größte Population der Geburtshelferkröte im EN-Kreis dauerhaft erhalten zu können.