Der Gevelsberger Heimatverein in der Presse

(auch eigene Berichte)


Gevelsberger Lokalpresse

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Westfalenpost / Westfälische Rundschau v. 24.10.2017

Besonderer Glücksbringer für Ehepaare

Heimatstube freut sich über Hochzeitskasten



Gevelsberg. Die Heimatstube Gevelsberg freut sich über eine besondere Rarität: ein aufwändig gefertigter Hochzeitskasten, der 1897 dem frisch getrauten Ehepaar

August Wolff und Anna Wolff, geborene von der Höh, überreicht wurde und die Hoffnung auf eine dauerhafte und glückliche Ehe symbolisiert. Den beiden

Gevelsbergern ist das auch gelungen. 1957 feierten sie in Gevelsberg Diamantene Hochzeit.



Am Tag ihrer Hochzeit, der sogenannten grünen Hochzeit, bekamen sie den 39 Zentimeter breiten, 47 Zentimeter hohen und 8 Zentimeter tiefen aufwändig gefertigten

Hochzeitskasten am 6. November 1897 geschenkt. In den vier Ecken wird der Wunsch ausgesprochen, dass sie gemeinsam nach der grünen, auch die silberne und

goldene Hochzeit erleben. Dort steht: Aus der Myrthe jungem Grün, möge Silber Euch erblühn, aus dem Silber zartem Weiss, werde Euch einst goldener Reis.



Anna und August Wolff waren echte Gevelsberger. Sie wurden in der Stadt geboren, zogen sechs Kinder auf, und fanden auf dem Gevelsberger Friedhof ihre letzte

Ruhestätte, nur wenige Minuten von ihrem Haus an der Friedhofstraße 15 entfernt, in dem sie seit ihrer Hochzeit lebten. Der Hochzeitskasten stammt aus dem

Nachlass der Familie Wolff.



Der Enkel des Ehepaares, Dr. Helge Wolff, der mittlerweile in Gießen lebt, überreichte gemeinsam mit seiner Ehefrau den Hochzeitskasten seiner Großeltern an die

Heimatstube Gevelsberg. CT


Eigener Bericht v. 18.10.2017

Herbstfest in der Heimatstube des Gevelsberger Heimatvereins

Gevelsberg-Quiz setzt hohen Kenntnisstand voraus    

Alle Jahre wieder lockt das Herbstfest des Gevelsberger Heimatvereins seine Mitglieder in die Heimatstube. Jetzt war es wieder soweit. Rund

50 Mitglieder trafen sich am vergangenen Freitag im herbstlich geschmückten Foyer der Heimatstube, um miteinander ein paar schöne Stunden

zu verbringen. Mit Gedichten wie „Herr von Ribbeck“ und lustigen Geschichten verging die Zeit wie im Fluge, bis ein deftiges Abendessen für

eine ebenso willkommene Unterbrechung sorgte. Im Anschluss machte man sich mit dem neuen Liederbuch von Günter Decker vertraut, um mit

Gitarrenbegleitung von Günter Dabruck das eine oder andere Lied zu singen.

 

Das Gevelsberg-Quiz stellte für alle eine große Herausforderung dar. Achtzehn alte Ansichten von Gevelsberg und seinen Stadtteilen sollten den

richtigen Anschriften zugeordnet werden. Dabei kam so manche Diskussion auf. Letztendlich hatte nur das „Gevelsberger Urgestein“ der Ehren-

vorsitzende des Heimatvereins Dieter Krakrügge alle richtigen Lösungen gewusst.

 

Bevor man zum geselligen Teil kam, sorgte das Reinigungspersonal „Marie“ und „Hausmeister Karl“, gespielt von Carola und Gerhard Dreher,

für eine stimmungsvolle Einlage aus Wortwitz und Schlagkräftigkeit.

 

Viel zu schnell ging die Zeit vorbei, doch man freut sich schon auf das nächste Wiedersehen in der Adventszeit bei der Jahresabschlussfeier im Rathaus.

 

Eigener Bericht v. 10.06.2017

Auf den Spuren Beethovens und Siegfried dem Drachentöter

Mitglieder des Gevelsberger Heimatvereins erkunden Bonn und Umgebung am 09.06.2017

Am Freitag war es wieder mal so weit. Wie jedes Jahr unternahm der Gevelsberger Heimatverein seinen traditionellen Jahresausflug. Früh am Morgen starteten 36 Mitglieder

erwartungsvoll mit dem Bus nach Bonn. Dort angekommen, stieg ein Stadtführer zu, der allen in einer zweistündigen Stadtrundfahrt die Beethovenstadt näherbrachte. Gestartet

wurde an der Hofgartenwiese, neben der Universität, mit seinem botanischen Garten,vorbei an der Museumsmeile mit dem Museum König, dem Haus der Geschichte und der

Bundeskunsthalle, weiter ging es in die Südstadt, wo prächtige Villen mit Gründerzeitfassaden aus dem 19.Jhd. bestaunt werden konnten. Dann folgte man dem Weg der Demokratie

und gelangte ins alte Bundesviertel, mit dem Kanzleramt und der Villa Hammerschmidt. Dem Wasserwerk, das als Plenarsaal genutzt wurde, sowie dem Palais Schaumburg, dem zweiten

Dienstsitz der Bundeskanzlerin.

 

Natürlich durfte auch ein Abstecher nach Bad Godesberg nicht fehlen. Mit dem Ausbau zur Kurstadt erlebte Godesberg, das sich seit 1925 „Bad“ nennen darf, im 18.Jhd. seine zweite

Blütezeit. Das Kurviertel mit der Redoute zeugt noch heute vom Beginn dieser Epoche. Mit Anschluss ans Bahnnetz im Jahre 1856 genossen auch viele Industriebarone hier die Sommerfrische

und Rheinromantik. Später ließen sich viele Botschaften in diesen Villen nieder.

 

Nach so viel Eindrücken und Informationen ließ man es sich in einer Bonner Traditionsgaststätte erst einmal richtig gut schmecken, um sich dann mit dem Schiff auf den Weg nach Königswinter

zu machen. Dabei konnte man das Regierungsviertel gut vom Schiff aus einsehen und auch den DHL Tower, sowie das Hochhaus der Vereinten Nationen in seiner ganzen Größe bestaunen.

Aber auch der Petersberg und der Drachenfels blieben nicht ohne Beachtung.In Königswinter nutzten alle Teilnehmer das schöne Wetter zu einem Spaziergang durch den kleinen Ort, mit seinen

schönen Fachwerkhäusern; und der ein oder andere ließ sich zu einem leckeren Eis, mit Blick auf den Rhein, verführen.

 

So endete ein interessanter Tag gegen Abend wieder in Gevelsberg.

 

Text: Carola Dreher

Viele durstige und hungrige Ausflügler wollen versorgt werden.                         Foto: Carola Dreher

Gleich geht´s los! Warten auf das Schiff der KD-Flotte.                                               Foto: Carola Dreher


Wochenkurier v. 19.11.2016

Trotz Sauerbraten viel gelacht-

Gevelsberger Heimatverein feiert Jahresabschluss

Carola Dreher

Mit dem Ende eines besonderen Jahres, in dem sich die Gründung des Gevelsberger Heimatvereins zum 70. Mal gejährt hat, ließen es sich über 70 Mitglieder und Freunde

des Heimatvereins mit einem leckeren Sauerbraten und vielen Erinnerungen, bei der Jahresabschlussfeier, die am vergangenen Freitag in der Rathauskantine stattfand, gut gehen.

 

Die Drevermannspatzen, unter der Leitung von Günter Dabruck, sorgten mit ihren Liedern für eine stimmungsvolle Atmosphäre. Es wurde gemeinsam gesungen, Geschichten

erzählt und Gedichte auf Platt vorgetragen

 

Der Nikolaus verteilte anlässlich des Jubiläumsjahres an alle Gäste Leinenbeutel mit dem Logo des Gevelsberger Heimatvereins.

„Geschichte ist interessant, spannend und lehrreich“. Entsprechend diesem Zitat stehen auch in 2017 beim Gevelsberger Heimatverein viele interessante Termine auf dem Programm.

Nähere Einzelheiten dazu unter www.Heimatverein-Gevelsberg.de  oder in der aktuellen Tagespresse.


Wochenkurier v. 19.11.2016

Jedes Teil ein Stück Geschichte: 70 Jahre im Dienste Gevelsbergs

Sarah Schwarz

Foto: Sarah Schwarz

Gevelsberg. (saz) Geschichte erlebbar und greifbar machen, das ist das Ansinnen der fleißigen Mitglieder des Gevelsberger Heimatvereins. „Eine Stadt ohne Geschichte stirbt“,

erklärt dessen Vorsitzender Günter ­Decker. „Deshalb ist unser Ziel, die Geschichte Gevelsbergs zu erhalten und auf sie und die reiche Kultur der Stadt hinzuweisen.“ Seit 70 Jahren

sieht sich der Heimatverein auf diese Weise im Dienste der Stadt und ihrer Bewohner.


Vom Bund zum Verein


Alles begann mit einem Schreiben vom 19. November 1946, in dem der damalige Gymnasiallehrer Emil Böhmer für den 25. November zu einer „Besprechung über Gründung eines

Vereins für Heimatkunde in Gevelsberg“ im Sitzungssaal des Rathauses eingeladen wurde. Zunächst hieß der neue Verein „Heimatbund Gevelsberg“, wurde 1972 jedoch in

„Gevelsberger Heimatverein“ umbenannt.


In den 70 Jahren seit Bestehen des Heimatvereins hat dieser sich stark um die Gevelsberger Geschichte, deren Präsentation und Erhalt bemüht. So konnten beispielsweise am

10. Juni 1968 in der Seufzerallee drei Schleifsteine aufgestellt werden, die an die vielen alten Hammerschmieden entlang der Ennepe erinnern.


Durch Mithilfe des Heimatvereins konnte außerdem die ursprüngliche Fassade am „Neuen Äbtissinnenhaus“ durch den Wiedereinbau von Haustür und Treppenstufen wiederhergestellt werden.


Gevelsberger Schätzchen


Als Dreh- und Angelpunkt des Vereins dient die Heimatstube. Hier finden sich allerlei Schätzchen, die an die Gevelsberger Vergangenheit erinnern und Geschichte lebendig und erlebbar machen.

2006 hatte die damalige Vorsitzende Marlis Schäfer die Idee, eine Aktion unter dem Motto „Gevelsberger Schätze“ ins Leben zu rufen. Stumme Zeugen der Vergangenheit sollten hier

zusammengetragen, in Kellern und Dachböden „augegraben“ werden.


Damit war der Grundstein für die Heimatstube – eine Art Museum der Gevelsberger Geschichte – gelegt. Seit 2009 finden sich im ehemaligen Sekretariat, Rektorat und Lehrerzimmer der

Hauptschule Alte Geer viele alte Schätzchen mit Gevelsberger Bezug. Ob aus Erbnachlässen, Haushaltsauflösungen oder aus privaten Sammlungen, jedes der Exponate erzählt eine eigene Geschichte.


Der Nachwelt erhalten


Diese Exponate ermöglichen es, an die Historie der Stadt zu erinnern. Deswegen sind neue Stücke immer gern gesehen. „Hier wird die Geschichte für die Nachwelt erhalten“, freut sich auch

der 91-jährige Horst Seibel, der der Heimatstube jetzt ein Foto aus den 1950er Jahren übergab, auf dem sein Vater zu sehen ist, der den Schellenbaum bei der Gevelsberger Kirmes trägt.


Anhand Fotos und Alltagsgegenständen kann auch der jüngeren Generation das Wissen um die Geschichte der Engelbertstadt weitergegeben werden.


Immer wieder besuchen auch Schulklassen die Heimatstube, erfahren dort spannende Fakten und können sich selbst auf eine Reise in die Vergangenheit machen, wo das Leben ihrer Vorfahren

etwas greifbarer wird.


Unter seinem Vorwort der „Gevelsberger Berichte“ von 2011 zitiert sich der Heimatverein-Vorsitzende Günter Decker selbst wie folgt: „Geschichte ist interessant, Geschichte ist spannend,

Geschichte ist lehrreich, und wir alle erleben jeden Tag Geschichte.“


Filmnachmittag
Spannend, lehrreich und erlebbar wird es auch am heutigen Samstag, 19. November, im Gevelsberger Filmriss-Kino, Rosendahler Straße 18. Anlässlich des 70-jährigen Jubiläums werden

ab 14 Uhr die neue Filme über Erzbischof Engelbert von Köln sowie über den Ennepe-Ruhr-Kreis gezeigt. Auch kommt ein historischer Film über Gevelsberg und die Gevelsberger Kirmes

aus dem Jahr 1951 zur Vorführung. Der Eintritt ist frei.


Aufgrund dieser Veranstaltung bleibt die Heimatstube allerdings am heutigen Samstag geschlossen. Die nächste Öffnung ist am Mittwoch, 14. Dezember, von 16 bis 18 Uhr. Normalerweise steht

die Heimatstube an jedem zweiten Mittwoch im Monat von 16 bis 18 Uhr und jeden dritten Samstag von 11 bis 14 Uhr für Besucher offen.


Westfalenpost / Westfälische Rundschau v. 21.07.2016

Heimatverein freut sich über zweistellige Zuwächse
29.07.2016 | 08:00 Uhr


Einen plattdeutschen Grillabend mit Spießbraten veranstaltet der Heimatverein bei der Feuerwehr in Berge.

Gevelsberg. Der Gevelsberger Heimatverein zelebrierte unter dem Vorsitz von Günter Decker in diesem Jahr zum 2. Mal zusammen mit dem „Plattdeutschen Krings“

sein diesjähriges Spießbraten grillen, in den Räumlichkeiten der Feuerwehr Berge, bei dem rund 40 Teilnehmer anwesend waren.



Bei schönem Sommerwetter, das sich pünktlich zum Festbeginn einstellte, wurden, bei einer Temperatur von über 40 Grad in der Grillhütte, saftige Spießbraten gedreht.

Leckere Salate und Brot mit Dips rundeten den kulinarischen Genuss ab.

Günter Dabruck und seine Drewermann-Spatzen präsentierten ihre heimatlichen Eigenkompositionen, zu denen kräftig auf plattdeutsch mitgesungen wurde.

Vereinsmitglieder lockerten den Abend mit Anekdoten und Geschichten im Gevelsberger Platt auf. Plattdeutscher Abend



Da nicht alle Mitglieder Platt sprechen oder gar verstehen können, wies Günter Decker noch einmal darauf hin, dass jeden vierten Dienstag im Monat, in der Gaststätte „Hippendorf“

an der Lindengrabenstraße um 18 Uhr ein geselliger Abend mit Gevelsberger Platt stattfindet, der für jeden, der daran Spaß hat, offen ist.



Alle Anwesenden hatten Freude sich wiederzusehen, um sich bei heiterer Stimmung über die vergangene Zeit, vor allem aber über die Fahrt nach Höxter im Juni, zu unterhalten.

Die Jahresfahrt des Heimatvereins war super bei allen Mitreisenden angekommen und ist im nächsten Jahr wohl kaum noch zu toppen.



Der Gevelsberger Heimatverein, der 1926 als „Heimatbund Gevelsberg“ gegründet wurde, feiert im November sein 70-jähriges Bestehen. Der Verein der im Moment rund 250 Mitglieder

zählt, erfreut sich wachsender Beliebtheit, vor allem auch bei jüngeren Menschen. „In der jüngsten Vergangenheit werden zweistellige Zuwächse pro Jahr erreicht“, freut sich Günter Decker.


Westfalenpost / Westfälische Rundschau v. 19.04.2016

Spende für Heimatstube

Ein Stück der Geschichte auf zwei Rädern

 

Foto: Elke Kramer

Gevelsberg. Als Elke Kramer, Vorsitzende des SPD Ortsvereins Gevelsberg, mitten in der Vorbereitung der 125-Jahr-Feier des Ortsvereins steckte, entstand die Idee,

zum Festakt auf der Bühne im Zentrum für Kirche und Kultur auch ein Stück industrielle Geschichte Gevelsbergs zu präsentieren. Unter anderem sollte eine Wand aufgestellt

werden, an der sowohl alte Plakate geklebt als auch ein Fahrrad angelehnt werden sollte. Nicht irgendein Fahrrad – es sollte schon eines „made in Gevelsberg“ sein.


Bei E-Bay fündig geworden

Nichts leichter als das, dachte sich die Vorsitzende und wählte die Telefonnummer des Vorsitzenden des Heimatvereins, um sich ein solches Fahrrad auszuleihen. Doch Günter

Decker musste abwinken: Ein solches Fahrrad besitze der Heimatverein leider nicht, es wäre schön, wenn es anders wäre. Das erweckte den Ehrgeiz der rührigen Ratsfrau.

Unter Ebay-Kleinanzeigen fand sie drei Einträge für Fahrräder von Schürhoff: Eins im Siegerland.



Mit dem Anbieter dieses Fahrrades setzte sich Elke Kramer in Verbindung. Nachdem dieser versichert hatte, dass es sich um ein Original Schürhof-Fahrrad handelte, wurde man sich

schnell einig. So brachte Elke Kramer das in den 1940er Jahren in Gevelsberg produzierte Fahrrad schließlich „nach Hause“, damit es zunächst die Jubiläumsfeier bereichern und letztlich

in der Heimatstube seinen Platz finden sollte.


Leider fand sich aufgrund der vielen Aktiven auf der Bühne dann allerdings während der Feier weder Platz für die Wand noch für das Fahrrad.Doch nun war es so weit: Das Fahrrad wurde

dem Vorsitzenden des Heimatvereins, Günter Decker, in Anwesenheit einiger Mitglieder übergeben. „Diese Technik und dieses Design sind schon etwas ganz Besonderes“, meinte er.



Die Firma Schürhoff & Co wurde 1912 durch Albert Schürhoff „Im Sudfeld“ gegründet. Zunächst wurden Schuhbeschläge produziert, später Wasserkräne. Kurz vor Ende des 1.Weltkriegs

stand die Firma vor dem Bankrott. Als der Sohn Kurt Schürhoff in das Unternehmen einstieg, ging es wieder aufwärts.


Noch heute in der Stadt beheimatet

Anfang der 1920er Jahre begann Kurt Schürhoff mit der Produktion von Fahrradteilen. Er übernahm ein paar Jahre später eine Bielefelder Fahrradfirma und begann mit der Produktion von

Fahrrädern. 1931 kaufte Kurt Schürhoff das Gelände der Huthwerke an der Hammerstraße dazu. Seitdem wurden auch in Gevelsberg Fahrräder gebaut.


Nach dem zweiten Weltkrieg musste Kurt Schürhoff wieder klein anfangen. 1949 kam die Produktion von Motorrädern und Mopeds dazu. Parallel startete die Produktion von Nähmaschinen

und Spielzeug-Nähmaschinen. 1952 beschäftigte das Unternehmen 500 Mitarbeiter. Die Schürhoff-Fahrräder gingen in die ganze Welt, selbst nach USA.



Auch auf anderen Gebieten war der Unternehmer Kurt Schürhoff aktiv: Er entwickelte für die Fahrradproduktion eine Montagestraße. Zudem produzierte er optische Geräte. Anfang der 1960er

Jahre begann er mit dem Formenbau und wurde Zulieferer für die Gummi- und Autoindustrie. Kurt Schürhoff starb im Jahr 1973, er hinterließ seiner Tochter Astrid eine Firma, die bis heute in

Gevelsberg arbeitet.


Westfalenpost / Westfälische Rundschau v. 19.04.2016

Seit zehn Jahren Gevelsberger Schätze im Blick

Der Heimatverein sammelt seit zehn Jahren „Gevelsberger Schätze“ und stellt sie in der vereinseigenen Heimatstube aus. Das wird gefeiert.

Foto: Jacqueline Stork

 

Gevelsberg. Seit zehn Jahren sammelt der Heimatverein „Gevelsberger Schätze“ und stellt diese in der vereinseigenen Heimatstube aus. Unzählige Exponate, darunter historische

Küchenutensilien, historische Kleidung und Werkzeuge, sowie Bücher, Dokumente und Fotografien, sind auf diese Weise gesammelt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden.



An die Anfänge erinnert sich die ehemalige Vorsitzende des Heimatvereins, Marlies Schäfer, noch ganz genau: „Am 1. Januar 2006 haben wir mit Unterstützung des Alt-Bürgermeisters

Dr. Klaus Solmecke und Detlef Sauerborn die Aktion ‚Gevelsberger Schätze bewahren‘ gestartet.“ Zu Beginn stellte die Theodor-Fliedner-Stiftung einen Raum im ehemaligen Gevelsberger

Krankenhaus zur Verfügung. Inzwischen ist der Heimatverein in einen Teil der Räumlichkeiten der ehemaligen Realschule Alte Geer umgezogen. Am 16. Mai 2009 feierte der Heimatverein

dort die Eröffnung der Heimatstube. Seitdem hat sich der Gevelsberger Heimatverein die Erfassung, Erhaltung, Förderung, Vermehrung und Vermittlung der Kenntnisse auf allen Gebieten

der Heimatkunde des Gevelsberger Raumes auf die Fahnen geschrieben.



Am vergangenen Samstag feierten sich die Initiatoren der Heimatstube bei einem kleinen Empfang, zu dem Bürgermeister Claus Jacobi, Landrat Olaf Schade, Landtagsabgeordneter

Hubertus Cramer, Alt-Bürgermeister Dr. Klaus Solmecke, sowie René Röspel, Mitglied des Bundestages eingeladen waren. Claus Jacobi lobte dabei die Bedeutung der Heimat­stube

für die Stadt. Die Zahl der Ausstellungsstücke der Heimatstube wächst weiter an.



Karl-Heinz Fenske hatte bei sich zuhause eher zufällig eine alte Zugfolgeliste des Gevelsberger Kirmeszuges von 1957 gefunden. „Ich dachte, das könnte etwas für die Heimat­stube sein“,

sagt Fenske, der die Gelegenheit nutzt und gleich einmal durch die restliche Sammlung spaziert. „Außerdem haben wir eine Brotschneidemaschine, Schlittschuhe und alte Exponate aus einem

Frisörsalon bekommen“, sagt Günter Decker, Vorsitzender des Heimatvereins. „Ich hoffe, dass jeder Besucher aus der Heimatstube raus geht, und stolz ist, ein Gevelsberger zu sein“,

fügt Decker noch hinzu.



Die Heimatstube ist jeden zweiten Mittwoch im Monat von 16 bis 18 Uhr und jeden dritten Samstag im Monat von 11 bis 14 Uhr geöffnet.

Jacqueline Stork


Westfalenpost / Westfälische Rundschau v. 11.04.2016

Die Spuren Napoleons in der Erlöserkirche
11.04.2016 | 08:00 Uhr

Historiker Dr. Dirk Ziesing (links) und Günter Decker, Vorsitzender des Heimatvereins, vor der Gedenktafel in der Erlöserkirche.Foto: Klaus Bröking

Gevelsberg. Manchmal stehen die Zeugen der großen Weltgeschichte vor der Tür und sind kaum zu erkennen. Zu diesem Schluss könnten die Mitglieder des Gevelsberger

Heimatvereins gekommen sein. Ihr Vorsitzender Günter Decker hatte den Bochumer Historiker und Buchautor Dr. Dirk Ziesing in den Gemeindesaal an der Erlöserkirche

eingeladen. Sein Thema: Freiwillige aus Gevelsberg in den Befreiungskriegen 1813 bis 1815. Es ging also um den Kampf gegen den französischen Kaiser Napoleon, der mit

der Schlacht bei Waterloo ein Ende fand.


Freiwillig oder ausgelost

Beteiligt bei den Schlachten, die das Schicksal von Napoleon besiegelten, war auch das 1. Westfälische Landwehr-Regiment. In deren Reihen kämpften Männer aus Gevelsberg.

Sie als Freiwillige zu bezeichnen, ist im wahrsten Sinne des Wortes nicht richtig. Die Familien mussten Soldaten stellen, sonst wurde ein männliches Familienmitglied ausgelost.



Und so leisteten auch die Gevelsberger ihren Anteil beim Aufbau der neuen Armee. Johann Caspar Belling musste beispielsweise die Uniform anziehen und auch Cornelius Bröking,

Johannes Franz Hasenclever, Johann Diederich Wilhelm Hundeicker, Johann Caspar Kipper oder Johann Friedrich Schüren und viele weitere. Ihr Schicksal und das vieler anderer

hat der Referent Dr. Dirk Ziesing in seinem aktuellen Buch „Mit Gott für König und Vaterland“ aufgezeichnet.



Er schildert, wie die Westfalen am ersten und letzten Tag des Krieges „die Suppe auslöffeln mussten“. Für die Gefallenen des Landwehr-Regiments wurden insgesamt 82 Gedenktafeln

in den Kirchen angebracht. Das Besondere, so Ziesing, sei gewesen, dass die Namen zum ersten Mal nicht nach dem Stand oder dem Dienstgrad geordnet wurden, sondern alphabetisch

oder chronologisch. Eine dieser Tafeln hing bisher eigentlich recht unbeachtet in der Gevelsberger Erlöserkirche an der Elberfelder Straße – eine von insgesamt 25 Gedenktafeln, die

überhaupt wiedergefunden werden konnten. Die Kirchengemeinde gedachte darauf einem freiwilligen Landwehrmann Johann Friedrich Dickhut und einem freiwilligen Jäger Wilhelm Rath.


Deserteur erschossen

Das gemeine Volk hatte in jener Zeit zu machen, was die Obrigkeit wollte. Auch Napoleon hatte auf seinem Weg nach Russland, alle kampffähigen Männer mitgenommen, die er

bekommen konnte. Fritz Rosendahl, Sohn eines Wirtes vom Strückerberg, wollte nicht mit den Franzosen ziehen. Er wurde deshalb als Deserteur von den französischen Truppen

erschossen. „Es heißt, dass noch ein Reiter mit seiner Begnadigung auf dem Weg nach Gevelsberg gewesen ist“, so Ziesing in seinem Vortrag. Der Berliner Maler Otto Arndt hat die

Szene der Exekution in Öl festgehalten. Das Bild hängt heute im Stadtarchiv.



Aber es gibt auch noch andere Spuren der Kriege mit und gegen Napoleon in Gevelsberg. Einige der Mitglieder des Landwehr-Regiments haben auf dem Friedhof an der

Erlöserkirche ihre letzte Ruhestätte gefunden.



„Das haben wir sicherlich nicht so erwartet“, zeigte sich selbst Heimatvereins-Vorsitzender Günter Decker von den Ausführungen von Dr. Dirk Ziesing überrascht, der vor

seinem Vortrag auch noch in Gevelsberg recherchiert hatte. Über die Zeit von Napoleon und die Auswirkungen in der Heimat sei bisher nicht viel geredet oder diskutiert worden.

Vielleicht wird der eine oder andere jetzt nicht mehr so gedankenlos an der Gedenktafel für die beiden Gefallenen im Kampf gegen Napoleon vorbei gehen.

Klaus Bröking


Westfalenpost / Westfälische Rundschau v. 08.03.2016

Bilanz gezogen:

235 Mitglieder arbeiten im Heimatverein mit
08.03.2016 | 08:00 Uhr


Rückblick auf ein gutes Jahr: Der Gevelsberger Heimatverein trifft sich zu seiner Jahreshauptversammlung in der Gaststätte Zur Juliushöhe.

Foto: Anna Reimers



Gevelsberg. Der Gevelsberger Heimatverein e.V. hat zu Beginn diesen Jahres etwas zu feiern: Rund 24 neue Mitglieder sind dem Verein im vergangenen Jahr beigetreten.

Bei ihrer Jahreshauptversammlung am vergangenen Freitag konnte der Vorstand von einer stolzen Mitgliederzahl berichten. Insgesamt 235 Mitglieder hatte der Heimatverein

zum Jahresabschluss 2015. Bis März hat sich diese Mitgliedsanzahl bereits erneut erhöht.



Zur Jahreshauptversammlung in der Gaststätte zur Juliushöhe konnten allerdings nicht alle Mitglieder erscheinen, auch „Spontanmitglied“ René Röspel war beruflich leider verhindert.

Der Bundestagsabgeordnete trat nach einem Besuch in der Heimatstube spontan dem Verein bei. Die anwesenden Mitglieder wählten, nachdem Hans Walter Kühl das Amt

abgegeben hatte, Erich Salten zum neuen Kassenprüfer. Außerdem wurde die voraussichtliche Jahresplanung für das Jahr 2016 vorgestellt.



In diesem Jahr findet unter Anderem der Tag der offenen Tür in der Heimatstube unter dem Motto „10 Jahre Gevelsberger Schätze“ am Samstag, 16. April 2016, statt.

Die traditionelle Jahresfahrt wird diesen Juni eine Art Rundfahrt über Soest, Erwitte und Beverungen bis zur Weser, wo ein Schiff bis nach Höxter fährt. Die Fahrt findet

am 10. Juni statt, Kosten betragen 44 Euro. Bei Interesse ist eine schriftliche Anmeldung im voraus erforderlich.


Spießbraten in Berge

Am 23. Juli findet das alljährliche Spießbratengrillen bei der Feuerwehr in Berge statt, das Herbstfest ist für den 14. Oktober angesetzt. 70-jähriges Jubiläum feiert der Heimatbund

am 19. November mit einem Filmnachmittag im Filmrisskino, wo Filme über die Gevelsberger Geschichte und allem, was dazu gehört gezeigt werden. Der Eintritt hier ist frei.

Die Jahresabschlussfeier am 9. Dezember findet traditionsgemäß in der Kantine des Rathauses statt.



Einen weitaus größeren Teil des Abends füllte die Kultur, mit der sich der Gevelsberger Heimatverein immer wieder gerne beschäftigt: Mit musikalischer Begleitung von Günther Dabruck

sangen die Vereinsmitglieder plattdeutsche Lieder über ihre Heimatstadt Gevelsberg. Diese und andere Gevelsberger Lieder werden am 17. März in der Aula des früheren Gymnasiums

an der Neustraße, im Rahmen einer Veranstaltung der AWo, vom Wanderchor dargeboten.



Weiterhin präsentierte der Filmemacher des Heimatvereins, Horst Groth, zwei seiner Filme: Die Neuverfilmung zum Kurzfilm „Tödlicher Konflikt und seine Folgen“ handelt von der

Ermordung des Kirchenfürst Engelbert und ein weiterer Film zeigt das Leben des Wuppertaler Panflötenspielers Matthias Schlubeck. Der anerkannte Panflötenspieler lebt seit Geburt

an mit verkürzten Arme und scheute sich zunächst vor die Kamera zu treten, da er nicht auf seine Behinderung reduziert werden wollte, doch Horst Groth schaffte es Schlubeck für

einen Kurzfilm zu begeistern. Die Mitglieder des Heimatvereins waren hellauf begeistert von Groths Arbeit. Der Vorsitzende Günter Decker lobte die Filme als „fantastisch“.

Anna Reimers


Westfalenpost / Westfälische Rundschau v. 25.02.2016

Heimatverein feiert mit Filmnachmittag

Günter Decker, Vorsitzender des Heimatvereins Gevelsberg, in der Heimatstube mit Bildern von Werner Garthe als Werbung für Kinderküchengeschirr.

Foto: Volker Speckenwirth

Gevelsberg. Der rührige Gevelsberger Heimatverein hat sich ein umfangreiches Programm für dieses Jahr vorgenommen.



Erster Termin im Kalender: Freitag, der 4. März. Die diesjährige Jahreshauptversammlung findet statt ab 19 Uhr in der Gaststätte „Zur Juliushöhe“, Dörnenstraße 1/Ecke Heidestraße.

Die Teilnahme ist ohne Anmeldung möglich



Die Freiwilligen aus Gevelsberg in den Freiheitskriegen in den Jahren 1813 bis 1815 stehen bei einem Vortrag am Mittwoch, dem 6. April, im Mittelpunkt. Dr. Dirk Ziesing aus Bochum

hat aus Anlass des 200. Jahrestages der Schlacht bei Waterloo ein Buch über die Rolle des 1. Westfälischen Landwehr-Regiments in den Freiheitskriegen veröffentlicht. In dieser Truppe

gab es auch namentlich bekannte Freiwillige und spätere Opfer aus Gevelsberg, auf die näher eingegangen wird. Der Vortrag findet im Gemeindesaal der Erlöserkirche, Elberfelder Straße 16,

ab 19 Uhr, statt.

 


Tag der offenen Tür

Der Tag der offenen Tür in der Heimatstube darf natürlich im Programm nicht fehlen. Die „Gevelsberger Schätze“, die der Heimatverein gehoben hat, sind am Samstag, dem 16. April,

in der Sonderöffnungszeit von 11 bis 16 Uhr zu bewundern. Und als guter Gastgeber serviert der Heimatverein sogar noch Kaffee und Kuchen.



Die Jahresfahrt des Gevelsberger Heimatvereins geht am Freitag, dem 10. Juni, über Soest - Erwitte - Warburg nach Beverungen an die Weser. Eine Weserschifffahrt von Beverungen nach Höxter

ist außerdem noch für die Gäste vorgesehen, die sich schriftlich anmelden müssen.



Das traditionelle, mittlerweile 59. Treffen der Auswärtigen anlässlich der Gevelsberger Kirmes findet dieses Jahr am Samstag, dem 25. Juni, ab 15 Uhr, im Foyer der alten Mittelstraßenschule, heute

Zentrale der Volkshochschule (VHS) Ennepe-Ruhr Süd, Mittelstraße 86-88, Eingang Schulhof, statt. Es besteht auch in diesem Jahr wieder die Möglichkeit, die Heimatstube des Heimatvereins von

10 bis 12 Uhr zu besuchen.

 


Plattdeutscher Spießbraten

Zusammen mit dem „Plattdeutschen Kring“ wird am Samstag, dem 23. Juli, sozusagen ein „Plattdeutscher Spießbraten“ gegrillt. Die Teilnehmer treffen sich ab 18 Uhr bei der Feuerwehr in Berge,

Berchemallee. Dann geht das Programm im Herbst weiter: Am Freitag, dem 14. Oktober, findet ab 18 Uhr in der Heimatstube das Herbstfest statt.



Geburtstag kann dann schließlich am Samstag, dem 19. November, gefeiert werden: „70 Jahre Heimatbund Gevelsberg - Gevelsberger Heimatverein e.V.“. Zum Jubiläum gibt es einen Filmnachmittag

im Filmriss-Kino. Auf der Leinwand gezeigt werden die neuen Filme über Erzbischof Engelbert und vom Ennepe-Ruhr-Kreis sowie ein historischer Film über Gevelsberg und die Gevelsberger Kirmes

aus dem Jahr 1951. Der Eintritt frei.



Traditionsgemäß findet die Jahresabschlussfeier des Heimatvereins in der Kantine des Rathauses und zwar am Freitag, dem 9. Dezember, ab 18 Uhr, statt.



Außerdem findet an jedem vierten Dienstag im Monat das Treffen der „Plattdütsche Frönne“ statt. Der Ehrenvorsitzender des Heimatvereins,

Dieter Krakrügge, freut sich, wenn er Freunde und Freundinnen der plattdeutschen Sprache ab 18 Uhr in der Gaststätte „Im Hippendorf“,

Lindengrabenstraße 27, begrüßen kann.


Westfalenpost / Westfälische Rundschau v. 30.01.2016

Erinnerungen an große Tage der Chormusik

Einblicke in die Geschichte der Gevelsberger Chöre gibt die Vitrine des Heimatvereins im Rathaus. Achim Laaser (MGV Diamant Silschede),

Günter Decker (Heimatverein), Bürgermeister Claus Jacobi und Joachim Hoffmeister (MGV Concordia Gevelsberg) stellen einige der Exponate vor.

Foto: Klaus Bröking

 

Gevelsberg. Sie sind, so Bürgermeister Claus Jacobi, zwei der ältesten noch aktiven Vereine in Gevelsberg. Aber, wie lange noch?

Der Männergesangsverein MGV Diamant Silschede feierte im vergangenen Jahr 110. Geburtstag, der MGV Concordia Gevelsberg wird im kommenden Jahr sogar 125 Jahre alt. Beide Vereine

haben also eine lange Geschichte, aber: Das ist leider nicht alles, was sie verbindet. Die Zukunft wird durch Nachwuchsmangel bedroht. In dieser Einschätzung sind sich Achim Laaser, Kassierer

bei Diamant, und Joachim Hoffmeister, Vorsitzender der Concordia, einig.

 

Vielleicht wird die Vitrine des Heimatvereins im Gevelsberger Rathaus helfen, Interesse daran zu wecken, dass die traditionsreiche Geschichte des männlichen Gesangs in Gevelsberg nicht plötzlich

ein Ende hat. Darin sind Exponate zu sehen, die die Bedeutung der beiden Chöre in der Vergangenheit aufzeigen.

 

Beide Chöre sind aus den Belegschaften von Unternehmen hervorgegangen. So hatten anno 1892 insgesamt 16 Mitarbeiter der damaligen Herdfabrik W. Krefft AG die Idee, einen Gesangsverein zu

gründen. Bis zur Jahrhundertwende durften nur Werksangehörige mitsingen. Mit der Zustimmung des Fabrikbesitzers entschloss man sich dann die Grenze zu öffnen. Aus dem „Gesangsverein Concordia

der Firma W. Krefft AG“ wurde schlicht und einfach der „MGV Concordia“.

 

Den MGV Diamant gründeten im Jahr 1905 die 16 Bergleute, die damals ihr Geld auf der Zeche Trappe verdient haben. „Die Bezeichnung Diamant hat dabei nichts mit den funkelnden Steinen zu tun“,

erklärt Achim Laaser, Kassierer des Männergesangsvereins. Einen Vorsitzenden hat der Chor im Augenblick nicht mehr. Die Kohlen als „schwarze Diamanten“ hätten für den Namen Pate gestanden.

 

Die Concordia hat sogar Stadtgeschichte geschrieben, verrät Joachim Hoffmeister, Vorsitzender des Männergesangsvereins. Im Jahr 1961 packten die Sänger ihre Koffer und reisten in die französische

Stadt Vendôme. Gastgeber war der gemischte Chor St. Martin.

Beginn der Städtepartnerschaft

Daraus ist bekanntlich nicht nur eine bis heute dauernde Freundschaft der Sänger geworden, sondern noch viel mehr: Die als vorbildlich geltende Städtepartnerschaft zwischen Vendôme und Gevelsberg,

die schließlich im Jahr 1973 besiegelt wurde.

 

In der Glasvitrine, an der zu viele Besucher des Gevelsberger Rathauses einfach nur achtlos vorbei gehen, weil sie eher unaufdringlich an einer Fensterfront steht, ist aber noch mehr zu sehen. Zum Beispiel

eine Auswahl der Pokale, die sich die Männerchöre aus Gevelsberg bei diversen Wettbewerben mit ihren Kehlen ersungen haben. Beide, Concordia und Diamant, wurden von den Bundespräsidenten mit

der Zelter-Plakette für ihr langjähriges Wirken und die Pflege der Chormusik ausgezeichnet.

 

Ein Bild des legendären, 1986 verstorbenen Tenors Rudolf Schock mit Widmung ist hinter der Glasscheibe zu sehen. Aber, er war nicht die einzige bekannte Stimme, die Konzerte mit den beiden Chören

gegeben hat. Auch René Kollo und Gunter Emmerlich waren dabei.

 

Es wäre schade, wenn die Tradition des Männergesangs in Gevelsberg keine Zukunft haben würde. Wer seine Mann stehen und seine Stimme erheben möchte, der kann das durchaus tun. Zaungäste bei den

Proben rennen sozusagen offene Türen ein. MGV Concordia Gevelsberg trifft sich jeden Mittwoch, um 18 Uhr, in der Gaststätte Juliushöhe. Der MGV Diamant Silschede ist immer donnerstags, ab 20 Uhr,

im Gemeindezentrum im Gevelsberger Höhendorf zu finden.

Klaus Bröking

 

Westfalenpost / Westfälische Rundschau v. 29.10.2015

In der Heimatstube wird’s eng
19.10.2015 | 06:00 Uhr

Gevelsberg. Die Ausstellung der Heimatstube vergrößert sich erneut um einige Exponate. Ab sofort sind zwei Gardeuniformen der Spielleute-Vereinigung Gevelsberg zu sehen. Heinz-Dieter Dumröse,

erster Vorsitzender der Spielleute-Vereinigung, und seine Frau Rosemarie, erste Geschäftsführerin, überreichten Günter Decker die Exponate.

Gründungsuniform erhalten

Die Mädchengarde-Uniform und die Herren-Gardeuniform stammen aus dem Jahr 1980. „Es ist unsere Gründungsuniform“, erklärt Heinz-Dieter Dumröse. In diesem Jahr feiert die Spielleute-Vereinigung

Gevelsberg ihr 35-jähriges Bestehen. Von 1980 bis 2012 haben die Spielleute diese Uniformen getragen. Inzwischen tragen sie Jeans und T-Shirt. „Unsere jungen Mitglieder wollten keine Uniformen, also

mussten wir moderner werden“, erklärt Rosemarie Dumröse Also hat die Spielleute-Vereinigung ausgemistet und die alten Schätzchen an die Heimatstube übergeben.

Die Mädchengarde-Uniform besteht dabei aus einem Minikleid, weißen Stiefeln, einem weißen Hut und einem Twierling-Stab. Die Herren trugen ein dunkles Jackett, dunkle Hose und dunkle Mütze.

„Jetzt müssen wir wieder umräumen“, sagt Günter Decker, Vorsitzender des Heimatvereins. Langsam wird es in der Heimatstube eng, so viele historische Gegenstände haben hier einen Platz gefunden.

„Wir haben inzwischen knapp 1000 Exponate“, erklärt Decker. „Wir können nur noch knapp 60 Prozent ausstellen, der Rest ist sicher eingelagert“, so der Vorsitzende weiter.

Die Uniformen der Spielleute sollen aber in der Ausstellung einen Platz finden. „Ich denke, sie werden einen Platz im alten Lehrerzimmer der Schule, also im größten Raum unserer Ausstellung bekommen“,

sagt Decker. Gemeinsam mit Marlis Schäfer führte er eine Delegation der Spielleute-Vereinigung Gevelsberg durch die Heimatstube. Beim abschließenden Kaffeetrinken konnte das geschichtliche Wissen

über Gevelsberg noch einmal aufgefrischt werden.

Günter Decker freut sich über jedes Exponat in der Ausstellung: „Wir sammeln die Gegenstände für Gevelsberg, um sie für später zu erhalten.“

Die Heimatstube in der ehemaligen Hauptschule gewinnt immer mehr an Bedeutung. Heute trägt sie bereits zur geschichtlichen Bildung der Schüler der Stadt bei. „Viele Schulklassen besuchen uns“, erklärt

Günter Decker. „Und was diese bereits als nostalgisch empfinden und noch nie gesehen haben, sind für mich Dinge, des früheren Alltags“, sagt der Vorsitzende des Heimatvereins. Er spielt dabei beispielsweise

auf einen manuell betriebenen Fleischwolf an. „Auch die Kaffeemühle zum Drehen haben die meisten Schüler in ihrem Leben noch nicht gesehen, geschweige denn einmal benutzt“, so Decker weiter.


Nostalgische Küchenutensilien

Die Heimatstube hat eigens eine kleine Küche mit nostalgischen Küchenutensilien eingerichtet – die für die Schüler wirklich historisch sind, für den Mittvierzigern wohl eher normale Küchengeräte sind.

So gibt es für Jung und Alt vieles zu entdecken.

Jacqueline Stork

City-Anzeiger vom 06.10.2105:

Autorenlesung am 01.09.2015 mit Wibke Seifert

 

Westfalenpost / Westfälische Rundschau v. 23.03.2015

Gevelsberger Geschichte in der oberen Etage



Eines der bekanntesten denkmalgeschützten Gebäude ist das Hammerschmiedhaus – zur Kirmes

stets mit einem Kuscheltier geschmückt.Foto: Bastian Haumann



Gevelsberg. Ein kleines Stück Gevelsberger Geschichte als Diashow. Hobbyfotograf und Mitglied des Gevelsberger

Heimatvereins, Dieter Schmidt, präsentierte während der Jahreshauptversammlung seine aktuellen Fotografien der

denkmalgeschützten Gebäude in Gevelsberg – ein aktueller Rundgang durch die Stadtgeschichte.


Vieles fällt überhaupt nicht ins Auge

Alte Häuser, Treppen, Gaststätten, Bänke und Grundstücke: Kaum zu fassen, wie viel in der kleinen Stadt

Gevelsberg unter Denkmalschutz steht. Allein die Elberfelder Straße, die jedes Jahr zur Kirmeszeit von Tausenden

von Menschen besucht wird, hat mehr zu erzählen als es auf den ersten Blick scheint. „Die Elberfelder Straße ist ja so

geschichtsträchtig, da steckt fast in jedem einzelnen Haus ein Stück Gevelsberger Geschichte,“ sagte Dieter Schmidt

während er den anderen Mitgliedern seine Fotos aus der Elberfelder Straße zeigt. Doch denkmalgeschützte Bauten

befinden sich nicht nur dort, auch die Mittel- und Hagener Straße sind voller Geschichte. Es gibt Häuser, die vielen

Gevelsbergern beim Gang durch die Innenstadt gar nicht wirklich auffallen. Man schaut sich die Angebote in den

Ladenfenstern und die Menschen in der Stadt an, aber nach oben blickt beim Einkaufsbummel wohl nur selten jemand.

Doch gerade über den vielen Geschäften und Schaufenstern befinden sich die Kunstwerke aus den vergangenen

Jahrhunderten. Dieter Schmidt stellte jedoch auch Gebäude vor ,die jeder kennt, wie zum Beispiel das „Kirmeshaus“

des ehemaligen Hammerschmieds dessen oberstes Fenster zur Kirmeszeit stets ein großes Kuscheltier schmückt oder

das Gut Rochholz. Die Geschichte Gevelsbergs ist auch im neuen Buch des Gevelsberger Heimatvereins „Berichte aus

Gevelsberg“ zu lesen und zu sehen.


Voller Terminkalender

Neben der Gevelsberger Geschichte stehen für 2015 auch einige Veranstaltungen auf dem Plan, die am vergangenen

Freitag während der Jahreshauptversammlung in der Gaststätte zur Juliushöhe besprochen wurden. Die nächste

Veranstaltung wird ein plattdeutscher Gottesdienst in der Erlöserkirche sein, der am Freitag, 27. März, um 18 Uhr

beginnt. Des Weiteren wird am Samstag, 16. Mai, zum Tag der offenen Tür in die Heimatstube zu Kaffee und Kuchen

eingeladen. Am 2. Juni findet die Jahresfahrt des Heimatvereins statt. Diesmal geht es zum Spargelhof, wo ein großes

Angebot an Spargelgerichten zum Mittagstisch auf alle Mitreisenden wartet. Der Nachmittag wird im mittelalterlichen

Xanten verbracht. Die Anmeldefrist für alle Mitglieder ist der 8. Mai. Kirmessamstag findet der Auswärtigentreff in

der Volkshochschule statt. Weil das Spießbratengrillen im vergangenen Jahr für große Begeisterung sorgte, werden

am 25. Juli ab 18 Uhr an der Feuerwache in Berge wieder Spießbraten gegrillt. Im Oktober öffnet der Gevelsberger

Heimatverein die Türen der Heimatstube, um das jährliche Herbstfest zu feiern und im Dezember steht die

Jahresabschlussfeier auf dem Plan.



Jeden vierten Dienstag im Monat ist der Ehrenvorsitzende Dieter Krakrügge in der Gaststätte „Im Hippendorf“ und

freut sich dort über jeden der zur „Plattdütschen Frönne“ erscheint.


Die Heimatstube, Alte Geer 6, ist jeden zweiten Mittwoch von 16 bis 18 Uhr und jeden dritten Samstag von 11 bis

14 Uhr geöffnet Der Vorsitzende Günter Decker freut sich über jeden, der in der Heimatstube vorbeischaut, um

vielleicht die ein oder andere kleine Entdeckung zu machen.


Anna Reimers

 

 


Westfalenpost / Westfälische Rundschau v. 01.12.2014

Druckfrische Gevelsberger Berichte
30.11.2014 | 09:00 Uhr

Die Autoren der Gevelsberger Berichte vor dem Rathaus.Foto: Klaus Bröking

Gevelsberg. Anno 1975 wurde Premiere gefeiert, jetzt ist die elfte Ausgabe der Gevelsberger Berichte druckfrisch

auf dem Markt. Mit viel Liebe zu ihrer Heimatstadt haben die Autoren über Gevelsberg geschrieben. Heraus-

gekommen ist kein verstaubter Blick in die vergangenen Zeiten, sondern eine lebendige Beschreibung, warum was

so geworden ist.


„Diese Ausgabe ist etwas umfangreicher als die letzte Ausgabe“, freut sich Günter Decker, Vorsitzender des

Gevelsberger Heimatbundes. Mit einem dicken Blumenstrauß bedankte er sich bei Kirsten Niesler, einst

Redaktionsleiterin unserer Zeitung, für die Koordination des anspruchsvollen Projekts.


Wandel der Stadt

Bürgermeister Claus Jacobi lobt die Themenvielfalt: „Der Leser muss gedanklich nicht hundert Jahre zurück gehen,

er bekommt auch aktuelle, zeitgenössische Berichte geliefert.“ Das Buch zeige den Wandel in Gevelsberg von der

Industriestadt in den 50er und 60er Jahren in die Jetztzeit. Auf historischen Bildern sind Herde von Bockhacker,

Krefft und Albers zu sehen, ein Hammer von Peddinghaus, ein Motorrad von Schürhoff in der Hammerstraße und

eine Waage von Stube. Sie stammen aus einer Zeit, in der noch Großbetriebe mit Hunderten und sogar Tausenden

von Beschäftigten die Wirtschaft in Gevelsberg prägten. Dazu gehört auch eine Betrachtung der Rolle des Modehauses

Weber am Ufer und des Kraftwerks des AVU-Vorgängers AGFU auf dem Gelände am Ennepeufer.


Die Zeiten sind vorbei. Ein Blick in die Gegenwart. Der Wandel der Mittelstraße wird genauso thematisiert mit der

Aufbau und die Arbeit des Hospizes Emmaus. Die Städtepartnerschaften mit Vendôme und Butera spielen eine Rolle.

Den Hippendörfer Frauen wird zum 60. Geburtstag gratuliert. Solche Schilderungen bezeichnet Bürgermeister als

„Scharnier zwischen Gegenwart und Vergangenheit“.


Wer die Stadt heute verstehen will, der muss auch zurückblicken. Im traditionsbewussten Gevelsberg ist das vielleicht

noch ein Stückchen wichtiger, als in anderen Städten.


Aufsatz eines Unbekannten

„Professionelle Amateure“ seien am Werk gewesen, um das Werk zu schaffen, lobt der Bürgermeister. Dazu gehört

zum Beispiel auch Detlef Sauerborn, der die Produktion in die Hand genommen hat. Ein unbekannter Amateur ist aber

auch darunter. Er schrieb im Jahr 1947 einen Aufsatz, in dem es unter anderem heißt: „Die Männer klagen über

Rauchwaren und die Frauen über die wenigen Kalorien. Viele Leute sind auch schon von der Polizei wegen

Schwarzbrennens festgenommen worden. Besonders viel hört man vom Schwarzhandel. Seitdem die Polen in Voerde

sind, kaufen sich die Deutschen für viel Geld teure Sachen.“ So war das...

Klaus Bröking

Westfalenpost / Westfälische Rundschau v. 12.10.2014

Wo sich Geschichte anfassen lässt


Am Samstag übergab der Wahl-Gevelsberger Jürgen Unger der Heimatstube Bilder mit Motiven aus Gevelsberg. Die Heimatstube hat noch mehr

zu bieten und dort reihen sich dicht an dicht die Exponate. Im Bild: Künstler Jürgen Unger (re.) und Günter Decker vor einer Kohle-Zeichnung/Collage

von Jürgen Unger.Foto: Bastian Haumann



Gevelsberg. Mitten am Börkey, etwas versteckt in der Realschule, gibt es ein riesiges Stück Heimat und lokale Historie. Denn genau dort liegt die

Heimatstube, vollgestopft bis unter die Decke mit Exponaten. Das Stöbern dort lohnt auf jeden Fall. Und seit Samstag gibt es auch wieder Nachschub,

der die Ausstellung ergänzt: Bilder mit Motiven aus Gevelsberg vom Künstler Jürgen Unger, Uniformen des ersten Gevelsberger Fanfarenzuges der

Aechterbieckschen Landsknechte und Husaren – der ganze Stolz von Marlis Schäfer – sowie Holzschnitte und Holzschlittschuhe.


Ursprung unbekannt, Nutzung nicht

„Die Schlittschuhe sind wirklich ein neues Highlight bei uns in der Heimatstube“, sagt Marlis Schäfer. „So was kennt man doch eigentlich nur als Holländer.

“ Ob die jemand in Gevelsberg hergestellt habe, wisse sie zwar nicht. „Aber auf ihnen wurde Runde um Runde auf dem Hammerteich gedreht.“

Und während die Holzschlittschuhe noch einen gewissen Charme versprühen, sorgt so manches Stück in der Ausstellung nur für ungläubiges Kopfschütteln.

Da hängt zum Beispiel ein großer, schwarzer Kasten an der Wand. Auf den ersten Blick ist kaum zu erraten, was das eigentlich sein soll. Die geringelte Schnur,

die zu einem Telefonhörer führt, lässt eine Ahnung aufkommen. Es ist ein Smartphone. Naja, zumindest eine Art prähistorischer Vorläufer. Oder etwas, das der

Selbstverteidigung dient? „Es ist tatsächlich ein altes Mobiltelefon“, sagt Detlef Weißenborn.


Bügeleisen mit Schornstein


Die Reiseschreibmaschine ist dagegen bestens für Menschen geeignet, die nur das Adlersystem können. Also für die, die den Buchstaben auf der Tastatur mit

einem Finger umkreisen und dann zuschlagen. Denn die alte Schreibmaschine hat gewissermaßen nur eine einzige Taste. Und jeder einzelne Buchstabe muss

erst eingestellt werden. Dazu gibt es alte Bügeleisen mit Schornstein, ein Waffeleisen für Vergessliche und vieles, vieles mehr. Der Großteil der Exponate, die in

der Heimatstube ausgestellt sind, kommen aber aus dem alltägliche Leben: Alte Schränke, altes Porzellan, alte Küchengeräte, alte Werkzeuge aus den

verschiedensten Zweigen des Handwerks. Die wirken vielleicht auf den ersten Blick nicht so exotisch, haben aber alle eine Geschichte, waren eigentlich fast alle

in Gevelsberg im Einsatz und manche können sich noch an die alten Geräte erinnern. Wie Herta Mecke etwa. Die ältere Dame lässt sich von Detlef Weißenborn

durch die Ausstellung führen. Die alten Radios? „Klar kenne ich die noch. Aber so was konnten wir uns doch früher nicht leisten“, sagt sie.


22 Bilder von Jürgen Unger

Hinzu kommen natürlich nun auch die Werke von Jürgen Unger. Er hat dem Gevelsberger Heimatverein 22 Bilder mit Gevelsberger Motiven im Rahmen einer

Schenkung überlassen und seit Jahren ist er Wahl-Gevelsberger. „Erst Silscheder, jetzt Berger“, sagt er. Auf den Bildern sind beispielsweise Ansichten der

Mittelstraße, das Engelbert Denkmal oder Landschaftsansichten von Gevelsberg zu sehen.



Bastian Haumann

 

 

Westfalenpost / Westfälische Rundschau v. 30.06.2014

Auswärtigentreffen

Ehemalige kommen sogar aus den USA, Kroatien und Spanien

Ehemalige kommen sogar aus den USA, Kroatien und Spanien

Der Heimatverein Gevelsberg veranstaletet zur Gevelsberger Kirmes 2014 wieder das traditionelle Auswärtigentreffen. Der Heimatvereinsvorsitzende

Günter Decker begrüßte etwa 25 Gäste im Foyer des VHS - Bürgerzentrums. Bürgermeister Claus Jacobi stellte den ehemaligen Gevelsbergern die

jüngesten Entwicklungen in der Stadt vor und die Drevermannspatzen unter Leitung von Günter Dabruck animierten zum Mitsingen von Kirmesliedern

.Foto: Hartmut Breyer

Gevelsberg. Wenn die Kirmes ruft, dann kommen die Gevelsberger aus aller Welt in ihre Heimat zurück. Seit Jahrzehnten lädt der Heimatverein

anlässlich des Volksfestes zum Auswärtigentreffen ein. Diesmal war sogar ein Gast aus den USA dabei.

Hannelore Conger wanderte 1952 aus und lebt in Newark im Bundesstaat New Jersey. Damals war sie 19 Jahre jung. „Ich wollte etwas erleben“, sagt sie.

Heute ist die lebhafte Dame stolze 81 Jahre alt und erstmals beim Auswärtigentreffen dabei. Am Hundeiken groß geworden besuchte sie die Uferschule und

absolvierte eine Ausbildung zur Verkäuferin bei Tengelmann. In den USA fand sie dann ihr Glück. Onkel und Tante lebten dort und betrieben ein

Delikatessengeschäft. Dort arbeitete Hannelore Conger. Später übernahm sie mit ihrem Mann, den sie in den USA kennen gelernt hatte, das Geschäft. Später

war sie 39 Jahre lang – bis zu ihrem 79. Lebensjahr – leitende Hausdame in einem Hotel. Drei Kinder, acht Enkel und zwei Urenkel hat Hannelore Conger,

die somit fest in den USA verwurzelt ist.

Bericht des Bürgermeisters

Den Kontakt nach Gevelsberg hat sie aber nie verloren. Immer wieder besuchte sie die Familie in der alten Heimat. Mit ihrer Schwester Christa Borggräfe kam

sie nun zum Auswärtigentreffen. Vor einigen Jahren brachte sie auch ihre Kinder und Enkel zur Feier des 90. Geburtstages ihrer Mutter mit an die Ennepe.

„Das kleine Gevelsberg hat sich sehr herausgemacht“, meint Hannelore Conger heute. Die Innenstadt mit Mittelstraße und Tunnel sowie der Ennepebogen gefallen ihr gut.

Über die neuen Entwicklungen in Gevelsberg berichtete auch Bürgermeister Claus Jacobi. Er begrüßte die mehr als 20 Auswärtigen, die der Einladung des Heimatvereins

ins VHS-Foyer gefolgt waren. Bei Kaffee und Kuchen konnte geplauscht und in Erinnerungen geschwelgt werden, die Drevermannspatzen unter Leitung von Günter

Dabruck animierten zum gemeinsamen Singen von Kirmesliedern.

Klassentreffen für Renate Krebs

Der Heimatvereinsvorsitzende Günter Decker hatte zur Begrüßung die Namen der Gäste und ihren aktuellen Wohnort genannt. Aus der näheren Umgebung, aber

auch aus Flensburg und Erlangen waren die ehemaligen Gevelsberger angereist. Aus Spanien kam Renate Krebs. Sie lebt seit zwölf Jahren in Mazarron, etwa

150 Kilometer südlich von Alicante. Die 69-Jährige war im Lindengraben aufgewachsen. „Zur Kirmes komme ich immer gerne wieder“, meint sie. In Gevelsberg hat

sie noch Familie. Und das Auswärtigentreffen wurde für sie zum Klassentreffen: Gleich drei Klassenkameraden aus der früheren Lindengrabenschule waren auch da.

Aus Kroatien kamen Rolf Balbinot und seine Frau Maria Feges. Die beiden hatten ihre Einladung zum Treffen von einem Boten aus Gevelsberg höchstpersönlich in

Empfang genommen. Rathaus-Hausmeister Michael Külpmann war mit seiner Frau Cornelia in der Osterzeit nach Kroatien gereist. Dort besuchten sie Rolf Balbinot

und Maria Feges, mit denen sie befreundet sind. Bürgermeister Claus Jacobi nutzte die Gelegenheit und gab Michael Külpmann die Einladung sowie einen Teller der Stadt mit.

Hartmut Breyer


Westfalenpost / Westfälische Rundschau v. 16.04.2014


Heimatliebe soll mehr Gevelsberger erfassen

Der neue und alte Vorstand des Heimatvereins Gevelsberg.Foto: Jacqueline Stork

Gevelsberg. Die Mitgliederversammlung des Heimatvereins Gevelsberg bestätigte ihren Vorstand mit überwältigender Mehrheit im Amt. Einstimmig

wurden Günter Decker als 1. Vorsitzender und Thorsten Prinz als sein Stellvertreter gewählt. Alexander Rose wurde ebenfalls einstimmig von der

Versammlung neu in den Vorstand gewählt. Er übernimmt das Amt des Kassierers.


Aktiv die Geschichte pflegen

Die Heimatfreunde sind zufrieden mit der Arbeit ihres Vorstands und entlasteten ihn satzungsgemäß. Auch die Fachstellenleiter wurden in ihrem Ämtern

bestätigt. Marlis Schäfer leitet das Ressort „Exkursion und Heimatpflege“, Dr. Hans Feld übernimmt „Naturkunde und Naturschatz“, Dieter Krakrügge

ist Fachstellenleiter für die „Plattdeutschen Freunde“ und Cornelia Bildheim übernimmt die Fachstelle „Schule und Kunst“. Als Beisitzer wurden

Claus Jacobi, Axel Mertins, Detlef Weißenborn und Helge Mannott gewählt.



Günther Decker blickte auf ein erfolgreiches Jahr für die Gevelsberger Heimatfreunde zurück. So organisierte der Verein im vergangenen Jahr wieder

das traditionelle Auswärtigentreffen. „Wir haben ein tolles Herbstfest gefeiert und einen wunderbaren Jahresabschluss“, erinnerte sich Decker. Einziger

Wermutstropfen: Die Jahresfahrt musste wegen zu geringer Teilnehmerzahl leider abgesagt werden. Für dieses Jahr hat sich der Vorstand daher

vorgenommen, noch mehr Menschen für ihre Heimat zu begeistern.



Für den 28. Juni ist ab 15 Uhr in der VHS Ennepe-Ruhr-Süd das Auswärtigentreffen zur Gevelsberger Kirmes geplant. Ganz besonders freut sich Decker

auf das Spießbratengrillen, das erstmals am 26. Juli zusammen mit dem Plattdeutschen Ring stattfindet. Bei der Feuerwehr Berge sollen ab 18 Uhr in fröhlicher

Runde die Braten gedreht werden. Die Jahresfahrt ist für den 20. August geplant. Dann fahren alle Heimatfreunde zur Loreley. „Ich hoffe sehr, dass wir in

diesem Jahr genügend Teilnehmer finden, so dass die Fahrt stattfinden kann“, appellierte Günter Decker.


Die Heimatstube ist auch in diesem Jahr zu den gewohnten Zeiten geöffnet: An jedem zweiten Mittwoch im Monat von 16 bis 18 Uhr, und an jedem dritten

Samstag von 11 bis 14 Uhr. Jeden vierten Dienstag im Monat lädt Ehrenvorsitzender Dieter Krakrügge Freundinnen und Freunde der plattdeutschen Sprache

ab 18 Uhr in die Gaststätte „Im Hippendorf“ ein. „Wir wollen aktiv sein und die Geschichte unserer Stadt pflegen“, gibt Günter Decker das Ziel vor.


Jacqueline Stork

Heimatliebe soll mehr Gevelsberger erfassen | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/staedte/gevelsberg/heimatliebe-soll-mehr-gevelsberger-erfassen-id9246573.html#plx1502547898

 

Westfalenpost / Westfälische Rundschau v. 22.10.2013

Eine alte Sprache lebendig halten


Eine alte Sprache lebendig halten
Plattduetscher Goddesdenst in der Erlöserkirche

Foto: Janice Holtz


Gevelsberg. Plattdeutsch ist kein Dialekt, sondern eine Sprache. Darauf bestehen die Mitglieder des „Plattduetschen Krings“

vom Heimatverein Gevelsberg ganz besonders. Dass diese Sprache vom Aussterben bedroht ist, wissen sie und umso mehr freuen

sie sich, dass die evangelische Kirche mit dem Heimatverein zusammenarbeitet, um die Sprache lebendig zu erhalten.

Lange Zeit haben der erste Vorsitzende des Heimatvereins, Günter Decker, der Ehrenvorsitzende Dieter Krakrügge und Pastor Werner an

den Vorbereitungen zu einem plattdeutschen „Goddesdenst“ gesessen. In der Erlöserkirche gab es dann einen kurzen aber aufschlussreichen Gottesdienst in

plattduetscher Sprache.


Ausspracheprobleme

„Wir haben die Texte auf Basis eines früheren Gottesdienstes und von einer plattdeutschen Bibel zusammengestellt“, sagt Decker.

Doch das war gar nicht so einfach. „Von Hochdeutsch ins Platt kann ich so runterlesen, aber das schwierigste war, von Lüdenscheider Platt auf

Gevelsberger Platt zu übersetzen“, erzählt Krakrügge, der der Experte im Plattdeutschen in der Gruppe ist und erklärt, dass es diese Probleme

aufgrund der Geschichte gibt. Denn in Lüdenscheid herrscht ein Niederdeutscher Einfluss, während es in Gevelsberg eine eher Fränkischer ist.

Pastor Werner selbst spricht nämlich Lüdenscheider Platt, da kam es während der Vorbereitungen zu dem einen oder anderen Ausspracheproblem.

„Die Vokabeln des Gevelsberger und Lüdenscheider Platts sind ähnlich, aber in Lüdenscheid sprechen wir viel härter und so haben wir manchmal um

Begriffe gerungen“, erinnert sich Pastor Werner. Ganz besonders ist ihm eine Situation im Gedächtnis geblieben, für die sie den plattdeutschen Ausdruck

für „nachgejagt“ gesucht haben.

„Wir haben ewig lange überlegt, bis wir ihn in einem anderen Bibelkapitel gefunden haben.“ Für Pastor Werner war es der erste plattdeutsche

Gottesdienst in Gevelsberg, aber er hatte den Eindruck, als hätte es den Besuchern gefallen.
Die Jüngeren vergessen

„Wir haben erwartet, dass höchstens 30 Gottesdienstbesucher kommen, aber es waren weit über 40“, so Pastor Werner, der sich vorstellen könnte,

einen plattdeutschen Gottesdienst jetzt auch mal öfter abzuhalten.

Auch der Gevelsberger Bürgermeister Claus Jacobi hat den Gottesdienst besucht und zum größten Teil die Predigt verstanden: „Meine Großeltern

haben zu Hause oft Platt gesprochen, da sind ein paar Wörter hängen geblieben.“ Somit gehört er noch zu der Generation, die ein wenig Platt sprechen,

die Sprache aber auch noch verstehen können.

„Die Jüngeren können Platt überhaupt nicht mehr sprechen“, bedauert der erste Vorsitzende Günter Decker, „obwohl sich der Wortschatz zu 90 Prozent

mit dem Niederländischen und teilweise mit dem Englischen deckt.“

Westfalenpost / Westfälische Rundschau v. 15.10.2013

Riewekauken und Schwattbrot

Gevelsberg. Bei Appelmaus, Reuwenkruut, und Riewekauken mit Schwattbrot läuft vielen Menschen das Wasser im Mund zusammen.

Allerdings nur denen, die es verstehen können, denn Plattdeutsch verstehen heute nur noch wenige. Die Mitglieder des „Plattduetschen Kring“

des Heimatvereins Gevelsberg wissen, dass damit Reibekuchen mit Apfelmus, Schwarzbrot und Rübenkraut gemeint sind.


Traditionelle Speisen aus der Zeit, als Plattdeutsch eine Dialektform war, die so gut wie jeder verstand. Am Freitagabend hat der „Plattduetsche

Kring“ ihr traditionelles Herbstfest gefeiert, um den Dialekt weiterleben zu lassen. „Wir wollen immer an kulturell interessanten Orten feiern“,

sagt der erste Vorsitzende Günter Decker. In den vergangenen Jahren war der Treffpunkt immer eine Scheune, aber schon die letzten beiden

Male hat das Herbstfest in der Gaststätte „Alt Asbeck“ stattgefunden.

„Das urige Lokal ist sehr gut angekommen bei unseren Mitgliedern, darum sind wir wieder hier“, so Decker. Der Plan des Abends

ist genauso entspannt und gemütlich wie das Restaurant selbst. Nach allerlei Leckerbissen der Region singen die Mitglieder ein paar alte plattdeutsche

Lieder gemeinsam mit Günther Dabruck, bevor der erste Vorsitzende sich einen ganz besonderen Programmpunkt ausgedacht hat. Ein Bilderrätsel.

Er hat alte Postkarten auf Blätter geklebt und die „Plattduetschen“ müssen den Bildern Straßennamen zuordnen.


„Es sind alte Ansichten von früher wie dem Kirmesplatz oder der Elberfelder Straße“, erzählt Decker und zeigt auf schwarz-weiße Fotos. Nicht alle

Gebäude und Straßen gibt es noch, viele Häuser sind schon abgerissen worden, aber viele des Heimatvereins kennen die Ecken in Gevelsberg noch.

Alle, die den Dialekt lieben, können am Freitag, dem 18. Oktober, ab 18 Uhr, in die Erlöserkirche kommen und am plattdeutschen Gottesdienst

teilnehmen, denn dort sind sie herzlich willkommen.

Westfalenpost / Westfälische Rundschau v. 19.04.2013

Die Alltagsmenschen sind wieder da

19.04.2013 | 17:58 Uhr

Die Alltagsmenschen sind wieder da

Günter Decker vom Heimatverein und Bürgermeister Claus Jacobi (rechts)Foto: Klaus Bröking

Gevelsberg. Herzlich willkommen! Seit gestern sind sie wieder in unserer Stadt: Die Alltagsmenschen aus dem Atelier der Bildhauerin Christel Lechner.

Bürgermeister Claus Jacobi war gestern als Frühlingsbote unterwegs. Erst der Startschuss für den Frühjahrsputz, zum Schluss die Vorstellung des Programms für das Anwandern im Südkreis und dazwischen die Begrüßung der Alltagsmenschen. 18 Skulpturen sind an neun Plätzen zu finden. Dazu gehören auch die Überwinterer, die im Herbst nicht abgebaut wurden. Mit dem Kran hievten gestern die städtischen Betriebe die Sonnenbadenden an den Rand der Ennepe. Die werden sich aber sicherlich an das warme Plätzchen in ihrer Lagerhalle zurückgesehnt haben. Dieser Meinung waren zumindest die Schaulustigen, die sich auf der Brücke der Ennepe versammelt hatten.

In den Hotels ausgelegt

Damit die Gevelsberger und ihre Gäste einen Rundgang von einem Alltagsmenschen zum anderen organisieren können, hat sich der Gevelsberger Heimatverein etwas einfallen lassen. Ein informatives Faltblatt bildet alle Gruppen der Betonmenschen ab und auf einer Karte von Gevelsberg sind ihre Standorte aufgezeigt. Das Prospekt, so Günter Decker vom Heimatverein, sei natürlich im Rathaus, aber auch bei Pro City, bei der Sparkasse und in den Hotels ausgelegt worden.

Und das sind die Standpunkte der Alltagsmenschen:

1.Die Putzfrauen vor dem Gebäude der Volkshochschule.

2. Trude und Theo Tafelspitz auf dem Vordach der Markthalle.

3. Herr Lusebrink an der Mauerstraße gegenüber von Rupprecht.

4. Fotograf und Alltagsmenschen am Eingang der Fußgängerzone gegenüber Pieper.

5. Die Lesende auf der Bank im Gevelsberger Stadtgarten.

6. Der Reisende an der Eingangstür zum Rathaus.

7. Die Schauenden auf den Balkonen der Wohnungsbaugesellschaft.

8. Die Sonnenbadenden und ihre Beobachterin auf der Ennepebrücke und am Ufer des Flusses.

9. Der Wartende am Eingang zum Sparkassen-Finanzcenter.

Es sind also die Alltagsmenschen wieder in der Stadt, die den Gevelsbergern schon im vergangenen Jahr so manches Lächeln ins Gesicht gezaubert haben. Ist mit Nachwuchs zu rechnen? Decker und Jacobi bleiben bei dieser Frage erst einmal zurückhaltend. „Wir sind in guter Hoffnung“, scherzt der Bürgermeister. Und Decker deutet an, dass er gar nicht so böse sei, wenn das Faltblatt des Heimatvereins bereits in Laufe dieses Jahres für die nächste Ausgabe ergänzt werden müsse. Die Gevelsberger freuen sich auf jeden Fall für jeden Lechner-Menschen mehr in ihrer Stadt.

Klaus Bröking

 

 

eigener Bericht v. 07.10.2012

Herbstfest des Gevelsberger Heimatvereins in der Gaststätte Alt-Asbeck

Zum ersten Mal feierte der Gevelsberger Heimatverein e.V. sein Herbstfest am 05.  Oktober 2012 in der Gaststätte „Alt-Asbeck“

(bis 1977 „Asbecker Hof“).  

 

Im rustikalen Ambiente der Gaststätte saßen über 40 Mitglieder und Freunde des Heimatvereins beisammen.

 

In einem kurzweiligen und interessanten Vortrag erinnerte Fritz Sauer an die Geschichte des Herbstfestes. Schwerpunkt war dabei die

vor 30 Jahren, am 22. Oktober 1982, stattgefundene „Gebehochzeit“. Das „Brautpaar“ waren damals Marlene Kulling und Hans Hohmann.

Gefeiert wurde die Gebehochzeit in der Traditions-Gaststätte „Zur Jägersruh“ in der Iserbecke. Das „Herbstfest“ wurde jahrelang von der

Fachschaft Plattdeutsch, dem „Plattdeutsche Kring“, gestaltet.

 

Dieter Krakrügge, Ehrenvorsitzender des Heimatvereins, und das Asbecker Urgestein Friedrich-Wilhelm Hiby wussten auch in diesem

Jahr wieder mit plattdeutschen Geschichten zu gefallen. Bei einem „Plattdeutschen Seminar“, das von Günter Decker, Friedhelm Schievelbusch

und Friedrich-Wilhelm Hiby veranstaltet wurde, hatten alle viel Spaß beim Übersetzen von Plattdeutsch in Hochdeutsch und umgekehrt.

„Spielen heißt spiellen‘n, Plack ist ein Fleck, Zweige sind Twiellen und Driete heißt Dreck, statt vier Uhr sagt man Klocke veer, ja, plattdeutsch ist

gar nicht so schwer!“ Mit munteren Reimen brachten die Dozenten ihren gelehrigen Schülern das Plattdeutsche näher.

 

Ein leckeres Spanferkel, und die angenehme Atmosphäre im „Alt-Asbeck“ sorgten für gute Stimmung unter den Heimatfreunden, die bei

plattdeutschen Liedern und Gedichten noch lange feierten.

 

Westfalenpost / Westfälische Rundschau v. 03.10.2012

 

Geschichte jetzt in Stein gemeißelt

Geschichte jetzt in Stein gemeißelt

Enthüllten die neue Ortstafel (v. l.): Michael Mayer (Leiter der Sparkassengeschäftsstelle Silschede), Steinmetz Björn Wenning,

Thomas Biermann (Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse), Fritz Trögler, Bürgermeister Claus Jacobi und Günter Decker

(Vorsitzender des Gevelsberger Heimatvereins).Foto: Hartmut Breyer

 

Gevelsberg. Metalldiebe beißen in Silschede künftig auf Granit. Aus diesem Material ist die neue Ortstafel im Herzen des

Höhendorfs gefertigt, die gestern enthüllt wurde. Das in elegantem Schwarz gehaltene Stück ersetzt die Messingtafel, die 2010

gestohlen worden war.

Sparkasse übernahm Finanzierung

„Uns war klar, dass da wieder eine Tafel hin muss“, erzählte der Sprecher des Silscheder Vereinsrings, Detlef Weißenfeld, gestern

Morgen bei der Enthüllung. „Aber wie?“ Metall sollte aus naheliegendem Grund nicht wieder sein. Ein Zufall kam zur Hilfe: Weißenfeld

unterhielt sich bei der Feier des 70. Geburtstags des Silscheder Künstlers Jürgen Unger mit Peter Wenning, seines Zeichens

Steinmetzmeister – und fragte ihn, ob man nicht eine Tafel aus Stein fertigen könnte. Peter Wenning bat seinen Sohn Björn, ebenfalls

Steinmetz, einen Entwurf zu machen. Der Vereinsring entschied sich darauf hin für die steinerne Lösung.

 

Allerdings galt es nun noch, die Tafel zu finanzieren. Der Vereinsring selbst verfügt nicht über die entsprechenden Mittel. Mit Unterstützung

des Gevelsberger Heimatvereins, der auch die finanzielle Abwicklung übernahm, wurde schließlich die Stadtsparkasse Gevelsberg als Sponsor

gewonnen. Vor deren Geschäftsstelle an der Kirchstraße 23 steht die Ortstafel.

 

Björn Wenning ließ den Text, der gegenüber der Vorgängertafel unverändert blieb, von einer Druckerei setzen. Er klebte eine Schriftschablone

auf den Stein – Granit in der Farbe „Nero assoluta“ (vollkommen schwarz) – auf und schnitt die Buchstaben mit einem Skalpell aus. „Das allein

hat rund zehn Stunden gedauert“, erzählt er. Insgesamt wendete er gut 15 Stunden Arbeitszeit für die Tafel auf, die er noch polierte und imprägnierte.

Die Granitplatte ist so witterungsbeständig und mögliche Farbschmierereien lassen sich recht einfach entfernen.

 

Von der ersten Erwähnung um 800 herum bis zur Neugestaltung des Dorfkerns im Jahr 1989 sind die wichtigsten Daten der Geschichte Silschedes

auf der Tafel festgehalten. Nachdem der Vereinsring aus einem Fest zur Feier des 100-jährigen Stadtjubiläums Geld übrig behalten hatte, gab Fritz

Sauer die Anregung, eine solche geschichtliche Übersicht im Dorf aufzustellen. Reinhard Pfleging gravierte den Text auf die Messingplatte, die

schließlich im Dezember 1990 aufgestellt wurde.

 

Neben der Ortstafel dürfen sich die Silscheder über eine weitere steinerne Gabe freuen. Die über 20 Jahre alte Holzbank vor Tafel und Sparkasse

war morsch. Auch in diesem Fall finanzierte die Stadtsparkasse einen Ersatz. Steinmetz Björn Wenning fertigte aus vier Granitplatten eine neue Bank,

die optisch zur Ortstafel passt.

Hartmut Breyer

 

Medieninformation vom 03.01.2012 des Gevelsberger Heimatvereins e.V

Vortrag anlässlich des 200. Jahrestages der Auflösung

des Gevelsberger Stifts

In dem von Napoleon I. neu geschaffenen Großherzogtum Berg wurde durch einen

Erlass vom 11. Januar 1812 des französischen Regierungskommissars Graf Beugnot

die Aufhebung aller Männer- und Frauenstifte angeordnet. Betroffen davon war auch

Gevelsberg. Doch hier ist damals gar kein Stift aufgelöst worden. Ein eigentliches

Stift existierte in Gevelsberg schon lange nicht mehr

 

Diese These vertritt der Historiker Prof. Dr. Gerhard E. Sollbach von der Technischen

Universität Dortmund in seinem Bild-Vortrag „Entleert und bankrott. Der Niedergang

des Stifts Gevelsberg“ und belegt dies anhand einschlägiger Dokumente aus der

Geschichte des Gevelsberger Damenstifts.

 

Prof. Dr. Gerhard E. Sollbach lehrt spätmittelalterliche und frühneuzeitliche

Geschichte mit dem Schwerpunkt Kulturgeschichte am Historischen Institut der

Technischen Universität Dortmund. Einer seiner Forschungsbereiche ist die

Geschichte der ehemaligen Grafschaft Mark. Zu seinen zahlreichen

Veröffentlichungen auf diesem Gebiet gehören u. a. auch Untersuchungen über die

märkischen Frauenklöster.

 

Der heimatgeschichtliche Fachvortrag von Prof. Dr. Sollbach findet mit Blick auf das

Datum des Aufhebungs-Erlasses am Mittwoch, dem 11.01.2012, im Gemeindesaal

der Erlöserkirche in Gevelsberg, Elberfelder Str. 16, statt. Beginn ist 18:00 Uhr. Der

Gevelsberger Heimatverein e.V. lädt alle Interessierten zu dieser öffentlichen

Veranstaltung ein.

 

Entleert und Bankrott – Der Niedergang des Stifts Gevelsberg

Vortrag von Prof. Dr. Solbach am 11.01.2012

 

Der folgende Text ist die inhaltliche Wiedergabe eines vom Gevelsberger Heimatverein e. V. organisierten Bild-Vortrags,

den  der Verfasser am 11. Januar 2012 aus Anlass des 200. Jahrestags der Auflösung des Stifts Gevelsberg im

Gemeindesaal der Erlöserkirche in Gevelsberg gehalten hat. Die Vortragsform und der Vortragsstil sind beibehalten worden.

 

Sühnekloster

 

„Hier im Stift wohnet kein Fräulein [mehr].“ Das schrieb im Jahr 1790 die damalige Äbtissin des Stifts Gevelsberg,

Sophia Johanna Louisa von Bottlenberg gen. Kessel, an die preußische Regierung. Sie bezeichnete damit einen Zustand,

der im Stift Gevelsberg aber schon seit rund einem halben Jahrhundert bestand.

 

Das Stift also bereits Jahrzehnte vor seiner förmlichen Aufhebung 1812 eine tote Institution? Nur noch eine Ansammlung

leerer Gebäude, die lediglich noch den Namen „Stift“ führte? Wie konnte es dazu kommen? Denn noch zwei Jahrhunderte

zuvor, als sich diese geistliche Gevelsberger Institution in ein freiweltliches Stift umwandelte, sah es hier noch anders aus.

Und ein völlig anderes, nämlich lebensvolles Bild, bot diese Einrichtung in der ersten Zeit nach ihrer Gründung als ein

Nonnenkloster des Zisterzienser-Ordens.

 

Das um 1230 gegründete Kloster in Gevelsberg entstand damals aber nicht zufällig. Bekanntlich wurde es als ein so

genanntes Sühnekloster von westfälischen Adelsgeschlechtern gestiftet, die man der direkten oder indirekten Beteiligung

an dem tödlichen Anschlag auf den Kölner Erzbischof Engelbert I. verdächtigte. Auch der Gründungsort ist kein Zufall.

Das Kloster entstand nämlich in unmittelbarer Nähe der Stelle, wo am Spätnachmittag des 7. November 1225 in

dem Hohlweg am Gevelsberg die Bluttat geschehen war.

 

Gemeinschaft

 

Die Nonnen in dem Kloster am Gevelsberg bildeten eine Gemeinschaft, einen Konvent, der das Zusammenleben wie auch

das religiöse Leben gestaltete. Zu den gemeinschaftlich ausgeübten religiösen Aufgaben gehörten z. B. die täglichen

Stundengebeten zu den so genannten kanonischen Stunden. Es begann frühmorgens (meistens zwischen 4 und 6 Uhr)

mit der Vigil und endete nach Laudes, Terz, Sext und Non mit Vesper und Komplet bei Sonnenuntergang. Aber auch

bei den anderen liturgischen Pflichten mussten die Klosterinsassen als Gemeinschaft tätig werden, so vor allem beim t

äglichen Chordienst mit gemeinsamer Messfeier und dem gemeinsamen Chorgebet. Der das Kloster wesenhaft prägende

Charakter einer Gemeinschaft wird aber auch in der Existenz eines gemeinsamen Essraums (dem Refektorium) mit

gemeinschaftlicher Verpflegung und dem gemeinsamen Schlafraum (dem Dormitorium) deutlich sichtbar. Ganz entscheidend

und zugleich bedeutsam für meine These, dass es schon vor der Aufhebung 1812 kein eigentliches Stift mehr in Gevelsberg gab,

ist, dass eine in das Kloster eintretende Person aus der Welt schied und alle ihre früheren Verbindungen mit der Außenwelt,

einschließlich mit ihrer Familie, abschnitt. Sie war fortan nur noch Glied der Klostergemeinschaft. Die drei monastischen Gelübde –

der (persönlichen) Armut, der Keuschheit und des Gehorsams – löschten sie als Persönlichkeit aus.

 

Ritterbürtigkeit

 

Wer ging bzw. kam denn in das Kloster Gevelsberg? Aufnahme in das Kloster fanden wohl schon von Anfang an wie später auch

in das Stift ausschließlich unverheiratete Töchter adliger Familien. Sie mussten zumindest seit der Neuzeit aber ritterbürtig sein,

d. h. schon seit mindestens vier Generationen adlige Vorfahren haben. Der Nachweis wurde durch eine beeidete Wappen-Tafel

erbracht. Wie die Namenslisten aus der stiftischen Zeit ausweisen, entstammten die Stiftfräulein fast alle dem Landadel der Grafschaft

Mark. Damit wird aber auch ein zweiter Faktor erfasst, der auf lange Sicht mit zum Untergang des Stifts führte. Langfristig erwies sich

nämlich die Bindung der Insassen an ihre adelige Herkunft und Verwandtschaft stärker als ihr Zugehörigkeitsgefühl zur Kloster- und

späteren Stiftsgemeinschaft. Das zerstörte jedoch langsam aber sicher die Gemeinschaft und damit auch das religiöse Leben und letztlich

überhaupt das Wesen des Klosters bzw. Stifts.

 

Eigenbesitz

 

So zeigen sich dann auch schon in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts im Kloster Gevelsberg Anzeichen der Auflösung in Folge

des Verfalls des alten Ordensideals und Klosterlebens – wobei Gevelsberg allerdings kein Einzelfall ist. Ein besonders deutliches

Anzeichen für diesen Prozess ist die Aufgabe oder zumindest Ignorierung der Ordensvorschrift der persönlichen Armut der Klosterjungfrauen.

Nach der Ordensvorschrift war alles, was das Kloster erhielt oder besaß, gemeinschaftlicher Besitz des Konvents. Aber bereits Ende

des 14. Jahrhunderts geht aus einschlägigen Gevelsberger Urkunden hervor, dass Gevelsberger Nonnen eigenes Vermögen besaßen,

über das sie auch frei und selbstständig verfügten. So kaufte z. B. 1399 die Gevelsberger Nonne Bela von Wickede das Gut Blumenrath

im Kirchspiel Schwelm ausschließlich, wie es in der Urkunde heißt, zu ihrem eigenen Nutzen. Zwei Jahrzehnte später, 1419, erwarben

die beiden Gevelsberger Klosterfrauen Else und Stine Sluks eine jährliche Kornrente ebenfalls zu ihrem ganz persönlichen Bedarf. Bereits

um 1400 starben also die Insassen des Klosters Gevelsberg nicht mehr den so genannten Klostertod. Sie blieben trotz geleisteter

Gelübde selbstständige und auch vermögensfähige Rechtspersonen mit – und das ist entscheidend – vielfältigen Verbindungen zur

Außenwelt und ihren Familien.

 

Zerfall

 

Mit der Aufgabe der Ordensvorschrift der persönlichen Armut war ein fundamentaler Grundsatz des - gemeinschaftlichen - Ordens-

und Klosterlebens preisgegeben worden, was weitere Verstöße nach sich zog. Dazu gehörte auch das Auseinanderfallen des Konvents

bzw. der Klostergemeinschaft in Einzelhaushalte und die dadurch bewirkte zunehmende Aufgabe des gemeinschaftlichen Lebens.

Deshalb sind seinerzeit auch die zum Unterhalt des Klosters bestimmten Einkünfte auf die einzelnen Klosterfrauen (und später auf die

einzelnen Stiftsfräulein) als so genannte persönliche Präbenden zu deren freien Verfügung aufgeteilt worden. Es war daher eine zwangsläufige

und logische Entwicklung, die in den 1570er Jahren zur Umwandlung des Gevelsberger Konvents in ein freiweltliches Stift führte. Damit wurde

aber lediglich ein Zustand auch organisationsrechtlich festgeschrieben, der in der Praxis schon seit langem bestand. Im Unterschied zu einem

Kloster legen die in ein Stift eintretenden Personen keinerlei Gelübde ab, sondern leisten gegenüber der Äbtissin lediglich ein

Gehorsamsversprechen. Die Stiftsdamen dürfen offiziell Privatvermögen besitzen und einen eigenen Hausstand in eigenen Stiftswohnhäusern

führen.

Sie brauchen auch kein Ordensgewand zu tragen, sondern können sich weltlich kleiden und auch ein standesgemäßes, d. h. adliges Leben

führen (der lange, schwarze Chormantel wurde nur zu besonderen feierlichen Anlässen angelegt).

 

Vor allem aber konnten die Stiftsfräulein im Unterschied zur Klostergemeinschaft, an die sich eine eintretende Person auf Lebenszeit bindet,

jederzeit und problemlos wieder aus dem Stift austreten. Das geschah, und ist auch in Gevelsberg regelmäßig geschehen, wenn sich doch

noch eine Gelegenheit zu einer – standesgemäßen - Heirat, nämlich mit einem adligen Ehekandidaten, bot. So legte die Äbtissin Ursula

Mechtild von Hövel 1698 ihr Amt nieder und trat aus dem Stift aus, um einen Johann Rotger von Asbeck, Herrn zum Goer, zu heiraten.

Diese Situation der Stiftsfräulein auch als Ehekandidatinnen im Wartestand führte zwangsläufig dazu, dass die Personen keine feste Bindung

mehr an die Stiftsgemeinschaft empfanden oder entwickelten.

 

Aufspaltung

 

Äußerlich wird diese fortschreitende Auflösung der Konvents-Gemeinschaft daran sichtbar, dass nach 1600 das ursprüngliche Klostergebäude

mit dem gemeinsamen Ess- und Schlafsaal abgerissen und durch einzelne Wohnhäuser der Stiftsfräulein, den „Juffernhäuschen“, ersetzt wird.

Die Stiftsinsassinnen hatten aber immer noch gewisse, wenn auch geringere, gemeinsame liturgische Pflichten wahrzunehmen. Dazu gehörte der

bereits erwähnte tägliche gemeinschaftliche Chordienst in der Stiftskirche.

Der Zerfall des Stifts als personelle Gemeinschaft wurde auch noch dadurch befördert, dass das Stift nach und infolge der Reformation eine

gemischt-konfessionelle Einrichtung mit evangelischen – lutherischen wie reformierten – und katholischen Stiftsdamen geworden war.

 

Grundherrschaft

 

Aber vom Beten allein wird man nicht satt, auch damals schon nicht. Wovon lebten also die Nonnen und später die Stiftsdamen in Gevelsberg?

Es waren vor allem die Einkünfte von dem landwirtschaftlichen Grundbesitz der in der Klosterzeit erworbenen und an Bauern verpachteten Ländereien.

Einen Großteil seiner Ländereien erhielt das Kloster als fromme Schenkungen von um ihr Seelenheil besorgten Gläubigen als so genannte

Seelgeräte- bzw. Memorienstiftungen – „pro redemptione anime mee“ wie es in einer lateinischen Schenkungsurkunde von 1236 heißt, die zugleich

eine der ältesten Gevelsberger Urkunden ist. In einer anderen erhaltenen Urkunde aus dem Jahr 1369 schenkten der Ritter Dietrich von Altena und

seine Frau Stine dem Konvent in Gevelsberg all ihren Besitz auf und um den Berg in Volmarstein, und zwar für ein ewiges Jahrgedächtnis für sie

selbst nach ihrem Tod sowie für ihre verstorbenen Eltern und Geschwister und für ihren Sohn Engelbracht. 1401 übereigneten dann Johann Sluyck

van Aesebecke und seine Ehefrau Gertrudt dem Kloster in Gevelsberg insgesamt vier Jahresrenten zu einem ewigen Jahrgedächtnis für sich selbst

nach ihrem Tod sowie für ihre Nachkommen, „vor eyne eweghe gedechtnisse unser seylen“, wie die betreffende Stelle in dieser deutschsprachigen

Urkunde lautet. Zwar ist der grundherrliche Besitz des Klosters bzw. Stifts Gevelsberg verhältnismäßig klein gewesen. Doch haben die Pachtabgaben

und sonstigen Einkünfte zumindest in der Klosterzeit den Insassen ein hinreichendes Auskommen verschafft, zumal die Anzahl der Nonnen nie über

die Zahl 12 hinausgegangen ist, was auch für die Stiftszeit zutrifft.

 

Versorgungsanstalt

 

Mit der Art des Grunderwerbs in mittelalterlicher Zeit hängt auch der dritte Faktor zusammen, der am Untergang des späteren Stifts mitwirkte.

Es war ja hauptsächlich der Adel gewesen, der Landschenkungen an das Kloster in Form ganzer Höfe wie auch von einzelnen Landstücken

gemacht hatte. Denn nur diese gesellschaftliche Gruppe verfügte damals in erster Linie über entsprechendes Vermögen. Doch die Stifter

handelten dabei nicht nur aus frommer Gesinnung und bloß aus Sorge um ihr Seelenheil und auch nicht ganz uneigennützig. Sie wollten aus ihrer

Schenkung auch einen ganz praktisch-weltlichen Nutzen ziehen, nämlich ihre unverheirateten Töchter standesgemäß versorgen. Tatsächlich hat

die Gevelsberger Institution seit ihrer Gründung als Kloster auch als wirtschaftliche Versorgungsanstalt für unverheiratet gebliebene Adelstöchter

gedient. Diese wirtschaftliche Funktion trat seit Beginn der Neuzeit und dem Vordringen säkularen Denkens aber immer mehr in den Vordergrund,

während der geistliche Zweck, den ja ein Stift auch noch erfüllte, oder vielmehr erfüllen sollte, dabei zunehmend in Vergessenheit geriet. Das beweisen

eindeutig Bittschriften, die adlige Väter schon in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts an den Landesherrn richteten und in denen sie um die

Verleihung einer Stiftsstelle an eine ihrer Töchter aufgrund des landesherrlichen „Rechts der Ersten Bitte“ nachsuchten. In den betreffenden

Schreiben wird als Grund für die Aufnahme einer Tochter in ein Stift einzig und allein die Notwendigkeit der wirtschaftlichen Versorgung angeführt

 

So begründet z. B. ein Jorychen (Jürgen) van Ruespe sein 1546 an den Landesherrn Wilhelm von Kleve gerichtetes Ersuchen wegen Verleihung

einer Stelle im Stift Gevelsberg an eine seiner unverheirateten Töchter einzig damit, dass er noch mit „vielen weiteren Kindern beladen und

beschwert“ sei. Als was man zumindest in diesen Adelskreisen schon damals die Stifte ansah, hat ein Friedrich Freitag (Dirich Vridach) in seinem

Bittschreiben vom Jahr 1539 klar ausgesprochen. Er führt an der betreffenden Stelle nämlich aus, dass in dem „Landt van der Marck etliche […]

Stift to underhaldung der von adell kinder uffgerichtet ind in der meinung richlich begavet (sind)“. Von dem religiösen Zweck des Stifts oder von

einer besonders frommen Neigung der für ein Stift vorgesehenen Person ist in keinem der Schreiben die Rede.

 

Säkulares Verständnis

 

Aber gefragt wurden die Töchter ja auch nicht. Dass solche Stiftfräulein, die nur aufgrund wirtschaftlicher Notwendigkeit in das Stift kamen,

nicht unbedingt Zuneigung zu dieser Institution empfanden oder sich gar mit ihr identifizierten, ist leicht nachzuvollziehen. Diese Säkularisierung

vom Außen- wie auch vom Selbstverständnis des Stifts war ein weiteres Element, das die innere Auflösung des Stifts als Gemeinschaft vorantrieb.

 

Die Auffassung vom Stift als eine Versorgungseinrichtung mit rein wirtschaftlicher Funktion und ohne irgendeinen religiösen Zweck ist im Zeitalter

der Aufklärung noch weiter befestigt worden. So stellte der preußische König Friedrich II., der allerdings von Religion sowieso nichts hielt, 1764

in einem Reskript bezüglich der Damenstifte in der Grafschaft Mark kurz und bündig klar, dass „die Fräulein Stiffter nur in Betrachtung als

nutzbahre […] Theile (des Staates) angesehen werden können, als sie für den Adel eine Zuflucht und für unsere Höchste Person eine Gelegenheit

zur Gunstbezeugung sind“. Dasselbe, wenn auch knapper, war schon 1666 in dem Religionsvergleich zwischen dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm

von Brandenburg und dem Pfalzgrafen Philipp Wilhelm von Neuburg zum Ausdruck gebracht worden. Dort heißt es zu den Damenstiften in der

Grafschaft Mark, dass sie „zu Unterhaltung der Adlicher Töchter verordnet (sind)“. Diese Auffassung prägte aber zwangsläufig auch das

Selbstverständnis der Stiftsdamen und ihre Einstellung zum Stift als solchem. 1805 erklärte dann selbst die damalige Äbtissin des Stifts

Gevelsberg, Theodora Wilhelmina von Boenen, in einem Schreiben an den preußischen König, dass die Stifte “keine geistliche Fundation,

sondern Versorgungs-Anstalten für die Töchter der Adlichen sind“.

 

Kriegszeiten

 

Ein weiterer und entscheidender Faktor, der zur inneren Auflösung und zum Untergang des Stifts beitrug, war dessen anscheinend unaufhaltbarer

wirtschaftlicher Niedergang im Verlauf der Neuzeit. Die Ursachen lagen teils in den inneren Missständen, hier vor allem in der höchst mangelhaften

Wirtschaftsverwaltung des Stifts begründet. Zu einem großen Teil waren sie aber eine Folge der ungünstigen, insbesondere der kriegerischen Zeitumstände.

 

Seine erste schwere wirtschaftliche Schädigung erhielt das Stift im Dreißigjährigen Krieg. Die zahlreichen Durchzüge von Truppen, die ständigen

Kontributionsforderungen der verschiedenen Kriegsparteien sowie die Räubereien und Brandschatzungen marodierender Soldaten verwüsteten

das Land und schädigten auch die Stiftshöfe schwer, wenn diese nicht gar zerstört und die Bauern erschlagen wurden. Infolge dessen entgingen

dem Stift auf Jahre hinaus auch die Pachteinnahmen, die aber seine wirtschaftliche Basis ausmachten. So gingen z. B. zwischen 1631 und 1632

die Pachteinnahmen des Stifts um rd. die Hälfte zurück. Auch das Stift selbst blieb von dem damaligen Kriegsgeschehen nicht verschont.

Am 20.August 1634 wurde es von Kriegsvolk total ausgeplündert. Außerdem drangen die Plünderer gewaltsam in die Stiftskirche ein und

raubten sämtliche Wertsachen.

 

Die wirtschaftliche Situation des Stifts verschlechterte sich noch dadurch, dass auf den Dreißigjährigen Krieg eine langjährige Agrardepression

folgte. Schon 1658 sah sich das Stift gezwungen, wegen „Notturfft“ Darlehn aufzunehmen. Es begann das Aufhäufen eines schließlich e

rdrückenden Schuldenbergs. Die im Gegenteil dazu sinkenden Einkünfte des Stifts verminderten aber auch die Einnahmen der einzelnen

Stiftsstellen, die immer weniger zu einer eigenständigen Haushaltsführung der Stiftsdamen ausreichten. Das hatte zur Folge, dass sich

immer weniger Stiftsdamen dauerhaft im Stift aufhielten. Dem trug das Stift auch Rechnung.

 

Entleerung

 

Bereits im Jahr 1700 beschloss das Kapitel, die Vollversammlung der Stiftsdamen, dass eine Stiftsdame nur drei Monate im Jahr im Stift

anwesend sein müsse, um ihre vollen Präbendeneinkünfte zu erhalten. Doch wurde es auch erlaubt, dass eine Stiftsdame gar nicht mehr im

Stift war. In diesem Fall sollte ihr aber ein Drittel von ihren Präbendeneinkünften zugunsten des Stifts abgezogen werden. Diese nunmehr

unaufhaltsam fortschreitende innere Auflösung und personelle Entleerung des Stifts zeigt sich auch an den Eingangsformulierungen der vom

Stift ausgestellten Pachturkunden.  Nach den Statuten war die Äbtissin zwar Oberhaupt des Stifts und auch für die Wirtschaftsverwaltung des Stifts zuständig. Doch da es sich

bei dem Güterbesitz des Stifts um Gemeinschaftseigentum des Konvents handelte, nahm die Äbtissin die Verpachtungen von Rechtswegen

namens und im Auftrag des Kapitels vor. So lange wenigstens noch ein Teil der Stiftsdamen mehr oder weniger ständig im Stift lebte, ist das

Kapitel auch praktisch durch zumindest einige Stiftsdamen an der Verpachtung der Stiftshöfe beteiligt gewesen. Diesen Sachverhalt bringen

auch die Eingangsformulierungen der Pachtverträge noch bis ins 17. Jahrhundert zum Ausdruck. So verpachteten z. B. 1559 nach dem

Eingangswortlaut der Pachturkunde die Äbtissin Margareta Duscher, das Stiftsfräulein Catarina van Swansbel und sämtliche Kapitularinnen

des Stifts Gevelsberg den Stiftshof Nergena auf 20 Jahre an Dietrich vamm Koeten und seine Ehefrau Katharine uptem Nergena. Im

18. Jahrhundert findet sich dann aber immer häufiger und in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts dann nur noch die Äbtissin als Verpächterin

und Ausstellerin in den Pachturkunden genannt – ein Zeichen dafür, dass inzwischen kein Stiftsfräulein mehr ständig im Stift anwesend war.

So nennt sich als Ausstellerin und Verpächterin z. B. bei der 1776 erfolgten Verpachtung des Stiftsguts in der Heimbecke nur noch allein

die Äbtissin Sophia von Bottlenberg gen. Kessel.

 

Aufhebung der Residenzpflicht

 

Den wirtschaftlichen Todesstoß versetzte dem Stift dann aber der Siebenjährige Krieg (1756-1763), der erneut das platte Land ruinierte.

Von diesen Schäden hat sich das Stift nicht mehr erholt. Die wirtschaftliche Not, in der es sich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts

infolge fehlender Einkünfte befand, wird aus einem Bericht ersichtlich, den die Äbtissin im Mai 1765, also zwei Jahre nach dem Ende des

Siebenjährigen Kriegs, verfasste. Es heißt darin, dass „anjetzo die wenigsten Bauern bezahlen können, sondern noch von 3, 4, 5, 6, 7, 9, 12

Jahren rückständig sind“. Bereits 1757 hatte die Äbtissin der Regierung in Kleve mitgeteilt, dass die Einkünfte der Gevelsberger Stiftsstellen

„sehr geringe“ seien (sie betrugen seinerzeit jährlich nur 48-49 Reichstaler (Rt.)) und eine Stiftsdame davon einfach nicht leben könne, „sie

mag sich auch so knap behelfen wie sie wil“. Zum Vergleich: Für einen Dorfschullehrer, der überhaupt armselig leben musste, wurde seinerzeit

ein Jahreseinkommen von 100 Rt. als auskömmlich angesehen. Doch infolge der im Siebenjährigen Krieg erlittenen wirtschaftlichen Schäden

sanken die Stiftseinkünfte und damit auch die Präbendenzahlungen noch weiter.

Nach der Mitte des 18. Jahrhunderts ist dann die so genannte Residenzpflicht der Stiftsdamen in Gevelsberg auch stillschweigend aufgehoben

worden. Die Stiftsdamen lebten seitdem dauerhaft bei ihren Familien oder in anderen Stiften, wo sie eine weitere Präbende besaßen, und bezogen

die geringen Einkünfte aus ihrer Gevelsberger Stiftsstelle als eine Art Zubrot. Bereits 1767 wohnten lediglich noch zwei Stiftsdamen im Stift. Diese

waren die Äbtissin Sophia von Bottlenberg (die 1799 verstarb) und ihre drei Jahre ältere Schwester Anna. Die beiden führten jedoch einen

gemeinsamen Haushalt, um, wie die Äbtissin damals der Regierung mitteilte, „beyderseithigen nöhtigen Haushalt sich zu erleichtern. Tatsächlich

haben spätestens seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts so gut wie alle Gevelsberger Stiftsfräulein das Stift nur einmal und dann auch nur

für einen einzigen Tag betreten, nämlich am Tag ihrer feierlichen Aufnahme in das Stift, und danach nie wieder. Doch selbst davon gab es

Ausnahmen, wie der Fall des in Berlin und später in Potsdam wohnenden Stiftsfräuleins Louise Christiana von Knobelsdorff zu Beginn der 1790er

Jahre beweist. Dieses Stiftsfräulein hat Gevelsberg nie gesehen.

 

So kommt es zu der eingangs zitierten Feststellung der Äbtissin Sophia von Bottlenberg von 1790, dass es kein Stiftsfräulein mehr im Stift Gevelsberg

gibt. Die Stifts-Wohnhäuser der Stiftsdamen waren an Arbeitsleute vermietet. Selbst die Äbtissin hielt sich nicht mehr ständig im Stift auf und musste

es auch nicht. Nach einem Kapitelsbeschluss von 1799 brauchte sie überhaupt nur in der Regel bloß sechs Monate im Jahr im Stift anwesend zu sein.

 

Kein Wirtschaftsverwalter

 

Verschlimmert wurde die wirtschaftliche Situation des Stifts noch dadurch, dass das Stift nach dem Siebenjährigen Krieg zur Kostenersparnis auf die

Wiederbesetzung der Stelle des als Wirtschaftsverwalter tätigen Stiftsamtmanns verzichtete, wie aus einem amtlichen Untersuchungsbericht von 1793

hervorgeht. In dem Bericht wird dann auch „eine überaus große Unordnung“ in der Wirtschaftverwaltung des Stifts festgestellt, die von der betagten

Äbtissin seit Jahrzehnten alleine wahrgenommen wurde. So waren u. a. ausstehende Stiftspächte nicht eingetrieben und die Stiftsbauern nach Ablauf

der Pachtzeit nicht zur Wiederpachtung und Zahlung des dabei fälligen Gewinngelds angehalten worden.

 

Auf Anordnung der Regierung in Kleve ist der Äbtissin dann ein fähiger Wirtschaftsverwalter zur Seite gestellt worden. Dieser, Philipp Schwippert,

war zugleich aber auch der letzte Amtmann des Stifts.

 

 Bankrott

 

Wirtschaftlich stand das Stift aber bereits Anfang Oktober 1758 vor dem finanziellen Bankrott. Dies geht aus einem „Brandbrief“ hervor, den die

Äbtissin am 5. Oktober dieses Jahres an ihre vor der Kriegsgefahr zu ihren Familien geflüchteten Gevelsberger Stiftsfräulein sandte. Wie sie darin

erläuterte, hatte sie bisher unter Heranziehung auch ihrer eigenen Mittel die vom Stift geforderten Kriegskontributionen und sonstigen Steuern zu

zahlen versucht. Doch jetzt hatte die preußische Kriegsführung weitere 200 Rt. verlangt. Da aber inzwischen sämtliche Barmittel des Stifts und

auch diejenigen der Äbtissin aufgebraucht waren, ersuchte sie ihre Mitkapitularinnen dringend, etwas von ihren bereits ausgezahlten Präbenden

zur Aufbringung der geforderten Kriegskontribution und zur Rettung des Stifts herzugeben. Doch keine der Stiftsdamen fand sich dazu bereit,

was beweist, wie wenig ihnen bzw. ihren Familien an dem Stift als solchem gelegen war. Für sie hatte das Stift lediglich als Einkunftsquelle Bedeutung.

 

Anscheinend hat sich das Stift dann durch die weitere Aufnahme von Darlehen über die Kriegszeit hinweggerettet. Nach einer Mitteilung aus dem

Jahr 1787 schuldete das Stift allein der Landeskreditkasse fast 500 Rt., zu deren Abtragung es sich außerstande sah. Das wird verständlich, wenn

man bedenkt, dass diese rd. 500 Rt. etwa die gesamten jährlichen Stiftseinkünfte ausmachten.

 

Aufhebung

 

Schon in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erfüllte das Stift also weder seine geistliche Funktion noch seinen wirtschaftlichen Zweck.

Für das erstere fehlten die Personen, für das zweite fehlten die für ein Auskommen der Stiftsdamen ausreichenden Mittel. Das Stift als eine

Gemeinschaft hatte sich daher auch tatsächlich längst selbst aufgelöst. Es existiert eigentlich nur noch ein Phantom von Stift. Der Akt der

förmlichen Aufhebung zum 1. Januar 1812 machte deshalb im Grunde nur einen schon seit langem bestehenden Sachverhalt nunmehr auch

rechtsgültig und bewirkte eigentlich nur, dass das Stift jetzt auch aufhörte, als eine Rechtsinstitution zu existieren.

 

Rechtsgrundlage für die damalige Stiftsaufhebung war ein kaiserliches Dekret Napoleons I. vom 22. Juni 1811. Dieses forderte im Rahmen

einer Neuordnung des Finanzwesens in dem französischen Großherzogtum Berg auch die Ausarbeitung eines Plans für die Aufhebung der

dortigen Stifte. Davon war auch Gevelsberg betroffen, das wie die gesamte ehemalige Grafschaft Mark damals zu diesem von Napoleon

neu geschaffenen Großherzogtum gehörte.

 

Die Aufhebung des Stifts wie auch der übrigen seinerzeit im Großherzogtum Berg noch bestehenden Stifte erfolgte dann auf Grund eines vom

11. Januar 1812 datierenden Beschlusses des großherzoglich-bergischen Regierungskommissars rückwirkend zum 1. Januar 1812. So endete

sang- und klaglos eine Institution mit einer fast 700jährigen Tradition, die einstmals aber mit hohen Ansprüchen gegründet worden war.

 

Die ehemaligen Stiftsdamen wurden mit lebenslangen - bescheidenen - Pensionen aus der Staatskasse abgefunden. Den gesamten bebauten

und unbebauten Grundbesitz des Stifts zog der Staat dagegen entschädigungslos ein. Auch der preußische Staat ließ sich nach Wiederinbesitznahme

der Grafschaft Mark dieses lukrative Geschäft der Güterkonfiskation nicht entgehen. Dem aufgelösten Stift wird damals aber auch niemand eine

Träne nachgeweint haben, die Stiftsdamen nicht, die ja ihre Einkünfte weiter bezogen (und nur insoweit waren sie überhaupt noch an dem Stift

interessiert), und die Stiftsbauern auch nicht, denen es egal war, an wen sie ihre Pachtabgaben zahlten. Die sonstigen Gevelsberger wird es auch

nicht sonderlich interessiert haben. Die hatten in der damaligen Kriegszeit sowieso andere, vor allem wirtschaftliche Sorgen. Das Stift als Institution

hatte sich sowieso auch schon längst überlebt; es war von der Geschichte überholt worden.

 

Literaturhinweis:

 

Edeltraud Klueting: Kloster und Stift Gevelsberg bis zum Ende des Alten Reiches; in: Gevelsberg 1225-1886-1986. Untersuchungen und Quellen

zur Geschichte der Stadt Gevelsberg, hg. von Walter Herrmann. Meinerzhagen 1985, S.1-18

 

Gerhard E. Sollbach: Gevelsberg; in: derselbe: Leben in den märkischen Frauenklöstern und adligen Damenstiften in Mittelalter und Neuzeit.

Herdecke, Clarenberg und Gevelsberg. Bochum 1995, S. 107-183 (dort auch weitere einschlägige Literatur)

 

Engelbert Overkott: Das Zisterzienserinnenkloster Gevelsberg; in: Ein gewaltiges Friedensgeschäft. Die Säkularisation im Ruhrgebiet,

Vorgeschichte und Folgen; hg. von Baldur Hermans. Mülheim a. d. Ruhr 2004, S. 109-116

 

 

Westfalenpost / Westfälische Rundschau v. 09.12.2011

 

Heimatverein stellt druckfrisches Buch vor

Heimatverein stellt druckfrisches Buch vor

Foto v.l.: Detlef Weißenborn, Dieter Krakrügge, Günter Decker, Dr. Margret Korn, Claus Jacobi, Dr. Hans Feld,

Torsten Prinz und Kirsten Niesler

Gevelsberg. Mit der 10. Ausgabe der „Gevelsberger Berichte“ kann der Heimatverein ein kleines Jubiläum feiern.

Gestern überreichen Mitglieder des Heimatvereins und ein Teil der Autoren das erste Exemplar an Bürgermeister Claus Jacobi.

Dabei würdigte der 1. Vorsitzende des Heimatvereins, Günter Decker, vor allem das Engagement von Rolf Liesegang und

Dr. Margret Korn. Sie haben als Redakteure seit dem ersten Erscheinen der „Gevelsberger Berichte“ 1975 als Autoren

viele interessante Geschichten zusammengetragen. Mittlerweile sind Günter Decker und die ehemalige Redaktionsleiterin der

Westfalenpost, Kirsten Niesler, für die Redaktion verantwortlich.

 

Auf die Leser wartet in dem 72 Seiten starken Werk eine bunte Mischung mit interessanten, abwechslungsreichen, humorvollen

und geschichtlichen Beiträgen. Mit Rolf Liesegang, Dr. Margret Korn, Günter Fischer, Fritz Sauer, Dieter Krakrügge, Dr. Hans

Feld, Kirsten Niesler und Thorsten Prinz haben acht Autoren zum Gelingen beigetragen.„Unser Dank gilt allen, die an dieser

Ausgabe durch Beiträge oder auf anderer Weise mitgewirkt haben“, so Günter Decker. Bei einer Auflage von lediglich 1000

Exemplaren sollten sich Interessierte sputen, wenn sie ein oder mehrere Exemplare erwerben möchten. Der Heimatverein hat da

auch gleich einen Tipp parat. Als kleines Weihnachtsgeschenk für Freunde, Anverwandte und Bekannte, die nicht mehr in Gevels=

berg leben und somit etwas Heimatverbindendes haben möchten, wären die Gevelsberger Berichte ideal. Zu kaufen gibt es das

Buch in der Buchhandlung Appelt und im „Kleinen Buchladen“ in der Mittelstraße zu dem Vorzugspreis von 9,90 Euro.

Ralf Sichelschmidt

Eigener Bericht

René Röspel besucht Gevelsberger Heimatstube

 

Kaffee kam leider nicht aus der indisch-blauen Kanne mit dem Tropfenfänger, die der heimische 
SPD-Bundestagsabgeordnete René Röspel in der Hand hielt. Geschirr, Tisch und Stühle gehören 
nämlich wie die komplette Einrichtung zu den zahlreichen Schätzen der Heimatstube in der früheren 
Hauptschule Alte Geer, in die Günter Decker, der Vorsitzende des Gevelsberger Heimatvereins, und 
Marlis Schäfer, die Leiterin der Heimatstube, den Politiker eingeladen hatten. Die zahlreichen historischen 
Exponate wurden allesamt von Gevelsbergern zur Verfügung gestellt. Dazu gehören Radiogeräte von 
Krefft ebenso wie Maschinen aus Gevelsberger Handwerksbetrieben. Kleidungsstücke, Handarbeiten 
und Haushaltsgeräte geben einen Einblick in die Lebensgewohnheiten der vergangenen 125 Jahre. Hinzu 
kommt eine überwältigende Zahl von schriftlichen Dokumenten und Bildern. René Röspel jedenfalls war so 
begeistert von der Ausstellung und den überaus lebendigen Geschichten, die Marlis Schäfer zu erzählen 
wusste, dass er dem Heimatverein sofort beitrat, um dessen Arbeit zu fördern. Die Heimatstube hat jeden
zweiten Mittwoch im Monat von 16 bis 18 Uhr und jeden dritten Samstag im Monat von 11 bis 14 Uhr geöffnet. 

 

Westfalenpost v. 28.06.2011

Alte Heimat Gevelsberg besucht

Schwelm, 27.06.2011, Jan Schulte

Gevelsberg. Zur Tradition der Gevelsberger Kirmes gehört seit mittlerweile 55 Jahren

das Auswärtigentreffen. Dazu lädt der Heimatverein in jedem Jahr viele ehemalige Gevelsberger

am Kirmessamstag zum gemütlichen Kaffeetrinken ein. Vorsitzender Günter Decker begrüßte

diesmal rund 25 „Ehemalige“ in der Gaststätte „Im Hippendorf“

 

Neue Eindrücke aus der Stadt präsentiert Bürgermeister Claus Jacobi ließ es sich nicht nehmen,

die aus allen Ecken Deutschlands angereisten Gäste zu begrüßen. Mit Hilfe einer multimedialen

Präsentation zeigte er den ehemaligen Gevelsberger Bewohnern, die es aus verschiedensten Gründen

von der Ennepe in die weite Welt gezogen hat, die neuesten Eindrücke ihrer Heimat. „Das Jahr 2011

ist für uns ein Grund zu feiern“, sagte Jacobi angesichts des 125-jährigen Stadtjubiläums. Genau aus

diesem Grund waren Doris und Günther Rademacher aus Bergisch Gladbach nach Gevelsberg gekommen.

„Wir kommen immer wieder gerne hierher“, so die Rademachers.

 

Herbert Ross zog es 1962 nach West-Berlin. „Das haben damals viele gemacht, da gab es viel Arbeit“, wusste

Günter Decker zu berichten. Die alte Heimat hat Herbert Ross, der mit seinem besten Freund angereist war,

nie vergessen können. Spontan sang er ein altes Lied der Fußballer des VfL Gevelsberg vor. „Wenn die Reserve

vom Auswärtsspiel kam, wurde gesungen“, erinnerte sich der Wahl-Berliner, „so etwas gibt es heute nicht mehr.“

 

Die beiden Gäste aus Berlin wiesen Bürgermeister Claus Jacobi auf ein ganz besonderes Jubiläum der Hauptstadt hin.

„Der Kurfürstendamm wird in diesem Jahr auch 125 Jahre alt. Den ließ Kaiser Wilhelm I. damals errichten, um in den

Grunewald fahren zu können.“ Das Gevelsberger Stadtoberhaupt fügte an: „Und der war es auch, der Gevelsberg

damals die Stadtrechte verlieh.“

 

Die weiteste Anreise hatte erneut das Ehepaar Angelika Jaaxt-Wirth und Rainer Wirth. Sie waren von der Costa Brava

aus dem Taucherparadies L’Estartit 16 Stunden mit dem Auto angereist. „Wir kommen immer zur Kirmes, aber nur zu dieser“,

meinte die gebürtige Gevelsbergerin Angelika Jaaxt-Wirth grinsend. Entsetzt waren sie und ihr Mann Rainer, als sie am Bierstand

der „Haufer Jungen“ das erste Gerstengetränk des Kirmesjahres 2011 genießen wollten. Grund: Die traditionsreiche Kirmesgruppe

gibt es nicht mehr. „Das tut richtig weh, das glaubt man gar nicht“, meinte das in Spanien lebende Ehepaar, das seinen Lebensabend

in der Sonne genießt. Doch die Kirmes wollen die Wirths dennoch genießen. Besonders auf schnelle Karussells zieht es Rainer

Wirth: „Ich gehe auf alles, was gefährlich aussieht.“

 

Und so wird es auch in den nächsten Jahren sein. Denn zur Kirmes gehört es sich beinahe für jeden „Ehemaligen“, zurück in die

Heimat zu kommen.

 

Westfälische Rundschau v. 20.03.2011

Heimatverein 65 Jahre alt

„Ene Kur för twee“ zum Jubiläum

Schwelm, 20.03.2011, Ina Blumenthal

Mutter und Sohn traut vereint

Mutter und Sohn traut vereint

Gevelsberg. „Das war das letzte, was Sie auf Hochdeutsch gehört haben“, schloss der erste Vorsitzende

des Gevelsberger Heimatvereins Günther Decker seine Begrüßung beim Theaterauftritt der Plattdeutschen

Bühne aus Recklinghausen ab.

 

Zum Jubiläum hatte der Gevelsberger Verein seine Mitglieder, Freunde und Interessierte zu vergünstigten Preisen zum Theaterbesuch

geladen. 65 Jahre alt wird der Heimatverein in diesem Jahr, Grund genug , erneut die Plattdeutsche Bühne einzuladen.

 

Aber nur 60 Freunde des Plattdeutschen kamen in das Filmrisskino. „Wir hätten uns mehr gewünscht“, sagte Decker,

nachdem beim letzten Auftritt der Bühne vor fünf Jahren mehr als 150 Zuschauer gekommen waren.

 

Decker nutze die Gelegenheit und stellte einen kleinen Ausschnitt der Arbeit des Heimatvereins vor. Dazu gehören sicherlich einerseits

die Heimatstube, die allen Interessierten und vor allem Schulklassen offen steht, aber auch der Plattdeutsche Stammtisch unter der Leitung

von Dieter Krakrügge, der sich in der Gaststätte Mausi regelmäßig trifft.

 

Vorhang auf, für die Plattdeutsche Bühne Recklinghausen. „Ene Kur för twee“ heißt das Bühnenstück, geschrieben von Helmut Schmidt.

 

Plattdeutsche Bühne

Witwe Lisbeth Hinrichs ist alleinerziehende Mutter. In über drei Jahrzehnten ist es ihr entgangen, dass ihr einziger Sohn erwachsen

geworden ist. Aber das stimmt nicht so ganz, denn Sohnemann mag den Komfort im Hotel Mama. Lange schon hat sich das

Zweiergespann an den Alltag gewöhnt und sieht keinen Grund, die traute Gesellschaft zu ändern.

Erst als Lisbeth Hinrichs zur Kur muss und der Sohn allein zuhause bleibt, ändert sich die Situation grundlegend. Herrman, eigentlich

gut betreut durch seine Tante und eine Nachbarin, gefällt das Leben ohne Mama. Und ehe er sich versieht, geben sich die Damen –

darunter die neue Postbotin, eine Zoologin, eine Schornsteinfegerin und eine Telefontechnikerin – die Klinke in dem Junggesellenhaushalt

in die Hand.

 

Studentin Heidi zieht kurz entschlossen in das freistehende Schlafzimmer der Mutter ein. Als Witwe Elisabeth die Kur abbricht und früher

als gedacht heimkehrt, platzt sie mitten hinein. Aber auch sie hat fern von daheim Bekanntschaften gemacht.

 

Westfälische Rundschau v. 16.03.2010

Marlis Schäfer gab Vorsitz an Günter Decker ab

Katharina Schell Gevelsberg.

Günter Decker ist neuer Vorsitzender des Gevelsberger Heimatvereins. In der Jahreshauptversammlung in der

Gaststätte „Zur Juliushöhe" wählten ihn die Mitglieder einstimmig zum Nachfolger von Marlis Schäfer, die nach acht

Jahren an der Spitze nicht mehr kandidierte. Als Hauptorganisatorin der Heimatstube, die der Verein in den ehemaligen

Räumen der Hauptschule Alte Geer betreibt, möchte sie sich von nun an auf diese Aufgabe konzentrieren. Bereits im

vergangenen Jahr hatte sie angekündigt, nicht mehr kandidieren zu wollen. „Mit 65 Jahren möchte man auch einfach

mal ein bisschen sein Rentendasein genießen nachdem man viele Jahre quasi das ,Mädel für alle' gewesen ist. Dennoch

hat mir die Arbeit immer Spaß gemacht, und ich werde weiterhin als Ansprechpartnerin parat stehen", erklärte Marlis Schäfer,

der die Mitglieder herzlich dankten. Zudem erhielt sie für ihre Verdienste eine Urkunde des Westfälischen Heimatbundes.

Unter der Versammlungsleitung von Bürgermeister Claus Jacobi wählten die Mitglieder den bisherigen Stellvertreter Günter

Decker einstimmig zum neuen Vorsitzenden. Zur Seite stehen wird ihm Torsten Prinz als Zweiter Vorsitzender. Wiedergewählt

wurde Wilfried Püster als Kassierer, neue Schriftführerin ist Stephanie Schulte. Terminplanung für 2010 bekanntgegeben

Fachstellenleiter bleiben Dieter Krakrügge (Plattdeutsch), Cornelia Bildheim (Kunst) und Dr. Hans Feld (Naturschutz und

Naturkunde). Den Beirat bilden Claus Jacobi, Axel Mertins, Marlis Schäfer, Ulrich Russmann und Detlef Weißenborn.

Günter Decker stellte den Mitgliedern zum Abschluss das Programm für das laufende Jahr vor: Am Samstag, 19. Juni, findet

die Jahresfahrt zum WDR nach Köln statt. Der Wandertag ist für Samstag, 18. September, vorgesehen. Am Freitag, 8. Oktober,

soll das Herbstfest „Auf der Alm" veranstaltet werden. Am Samstag, 30. Oktober, geht es dann nach Herne zur Ausstellung

„Aufruhr 1225!" und am Freitag, 17. Dezember, steht die Weihnachtsfeier auf dem Programm. Die Heimatstube an der Geer ist

jeden zweiten Mittwoch im Monat von 16 bis 18 Uhr und jeden dritten Samstag von 11 bis 14 Uhr sowie nach Voranmeldung

geöffnet. An jedem vierten Dienstagim Monat treffen sich die „Plattdütschen Frönne" um 18 Uhr in der Gaststätte „Im Hippendorf".

 

Westfälische Rundschau v. 28.08.2009

Kunstwerk wird noch durch weitere Motive ergänzt

Gevelsberg, 25.08.2009, Daniela Schüssler, 

Als vor einigen Monaten die Heimatstube in der alten Hauptschule Alte Geer eingeweiht wurde, sah man bereits viele

strahlende Gesichter.

 

Nun erstrahlt auch endlich die graue Fassade des Gebäudes, denn Vorstand und Gäste des Heimatvereins konnten

offiziell das Kunstwerk des Gevelsberger Künstlers Robert Schiborr einweihen.

 

Dieser hatte den Auftrag, die Wand neben dem Eingang mit heimatlichen Motiven zu verschönern. In nur fünf Tagen

schaffte es der junge Künstler mit Farbe und reichlich Kreativität aus der unschönen Hauswand ein echtes Kunstwerk

zu zaubern. Jetzt zieren das Viadukt und das Engelbertdenkmal die Wand und verleihen dem Gebäude ein ansehnliches

Äußeres. Zudem ist das Gemälde noch erweiterbar. Robert Schiborr möchte demnächst Fachwerkhäuser aus dem

alten Dorf aufbringen, die das Bild ergänzen.

 

Bürgermeister Claus Jacobi fand für das Ergebnis nur lobende Worte: „Hier wird es wirklich immer schöner. Ich kann

Marlis Schäfer und ihr Team sowie Robert Schiborr nur beglückwünschen.” Neben ihm kamen auch Hubertus Kramer (MdL)

und Thomas Biermann, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse, die die Farbe für das Gemälde gespendet hatte. Claus Jacobi

hatte auch gleich noch eine Idee für die Heimatstube. „Ich sehe hier ein kleines Café auf dem Kiesvorplatz, mit einem schönen

Apfelbaum. Mal sehen, was daraus wird”, so das Stadtoberhaupt.

 

Marlis Schäfer hat jedoch noch ein anderes Projekt in Planung. Demnächst sollen noch mehr Maschinen auf dem

Rochholz-Radweg ausgestellt werden. Zwei Maschinen kann man dort schon bewundern.

 

 

Wertvolles Stadtwappenfür die Heimatstube
07.08.2009 / Lokalausgabe

Landrat Dr. Arnim Brux (Mitte) überreichte Marlis Schäfer und Günter Decker das Stadtwappen.


Gevelsberg. Es lohnt sich, gelegentlich Ordnung zu schaffen: Bei Aufräumarbeiten im Schwelmer Kreishaus

tauchte ein altes Gevelsberger Stadtwappen auf. Darüber kann sich nun der Heimatverein freuen, denn der

Hausherr im Kreishaus, Landrat Dr. Arnim Brux, stellte das mit Blattgold verzierte Wappen für die Heimatstube

zur Verfügung. Es waren zwar weitere Wappen, aber nicht die aller EN-Städte, aufgetaucht. Eine komplette Reihe

hätte Brux gerne im Kreishaus aufgehängt, doch so entschied er sich, die Wappen den Städten zu übergeben.


Woher das Wappen stammt, wer es anfertigte und wie es nach Schwelm kam, muss noch recherchiert werden.

„Es muss eine sehr alte Darstellung sein", meint die Heimatvereinsvorsitzende Marlis Schäfer. Ein Entwurf

aus dem Jahr 1899, den sie in der Heimatstube austellt, sehe sehr ähnlich aus.


Wer sich für das Wappen und all die anderen Schätzchen in der Heimatstube (in den ehemaligen Räumen

derHauptschule Alte Geer) interessiert: Am kommenden Mittwoch, 12. August, von 16 bis 18 Uhr, sowie

am Samstag, 15. August, von 11 bis 14 Uhr, ist die Stube wieder geöffnet.

 

Eigener Bericht von Axel Mertins

Tagesfahrt des Gevelsberger Heimatvereins

nach Benrath und Zons

Gevelsberg, 05.07.2009

Am 04.07.2009 unternahm der Gevelsberger Heimatverein bei strahlendem Sonnenschein seine

Jahresfahrt. Ziele waren in diesem Jahr Schloss Benrath, sowie das Städtchen Zons. Um 09:00 Uhr

brachte der Bus die 39 Mitglieder zuerst nach Benrath. Dort nahm man das wunderschöne Schloss

in Augenschein. Das von Kurfürst Karl Theodor von der Pfalz in Auftrag gegebene Schloss wurde

unter der Leitung von Nicolas de Pigage in den Jahren von 1755 -1773 erbaut. Der Baustil des als

Lustschloss dienenden Ensembles zeigt den Übergang vom Rokoko zum Klassizismus.

 

Nach der Betrachtung des Schlosses führte der Weg weiter durch den sehr schön angelegten Jagdpark

mit seinen Weihern bis zu den Rheinterrassen, wo eine kleine Rast eingelegt wurde.

 

Pünktlich um 12:00 Uhr brachte der Bus die Heimatfreunde nach einer halbstündigen Fahrt nach Zons.

Die Zeit bis 15:00 Uhr stand zur freien Verfügung, dann folgte eine 90 Minuten dauernde Stadtführung.

Vom ortskundigen Mitglied des Heimat- und Verkehrsvereins der Stadt Zons wurde die Geschichte

der Stadt erzählt. So erfuhr die Gruppe, dass bereits im 1. – 3. Jahrhundert Römer hier gesiedelt hatten

und die Ortschaft Zons am 20.12.1373 unter dem Namen „Fredestroym“ durch Erzbischof Friedrich von

Saarwenden zur Stadt erhoben wurde. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Stadt von zahlreichen

Kriegen, Überschwemmungen, Bränden und der Pest heimgesucht. Durch die Gebietsreform wurde 1975

Zons nach Dormagen eingemeindet. Beeindrucken waren auch die zahlreichen historischen Gebäude der Altstadt.

 

Nach der Stadtführung genossen noch zahlreiche Heimatfreunde die Zeit bis zur Rückfahrt um 18:00 Uhr in

einem der sonnigen Biergärten. Gegen 19:00 Uhr war Gevelsberg wieder erreicht und ein schöner Tag

ging zu Ende.

 

Bilder von dieser Fahrt finden Sie unter dem Punkt: "Fotoseite mit Bildern von Unternehmungen".

 

Westfälische Rundschau v. 30.06.2009

„Schon als Kind bin ich gerne über die

Kirmes gegangen”

Gevelsberg, 29.06.2009, Nora Dahlhaus

„Wie man das Dorf verlassen kann, ist eigentlich unverständlich”, findet die Vorsitzende des

Heimatvereins, Marlis Schäfer. Trotzdem haben einige Gevelsberger ihre Heimat verlassen u

nd leben in weiterer und näherer Entfernung.

 

Diese Menschen werden jedes Jahr vom Heimatverein zur Kirmes eingeladen, um ihnen beim

Auswärtigentreffen von den Neuigkeiten aus ihrer Heimatstadt zu berichten.

 

Eine der weitesten Anreisen hatten Angelika Jaaxt-Wirth und Rainer Wirth, die den weiten Weg

von L'Estartit an der Costa Brava auf sich nahmen, um bei dem Fest in ihrer Heimat dabei zu sein.

„Eigentlich gehe ich gar nicht gerne auf solche Volksfeste”, erzählt Angelika Jaaxt-Wirth, „aber

die Gevelsberger Kirmes ist immer was Besonderes.” Aus diesem Grund flog das Ehepaar am

Freitag von Spanien nach Deutschland und wird die Stadt schon am Dienstag wieder verlassen.

„Ich bin in Gevelsberg geboren und aufgewachsen. Schon als Kind bin ich gerne über die Kirmes

gegangen”, sagt die Wahl-Spanierin, deren Ehemann aus Schwelm stammt.

 

Auch von der Nord- und Ostsee und aus Dortmund, Velbert und Dessau kamen die Heimatfreunde,

um an der Wiedersehensfeier teilzunehmen. Dabei ging es zunächst musikalisch zu, denn mit lautstarker

Unterstützung von Günter Dabruck und Bürgermeister Claus Jacobi wurde ein plattdeutsches

Kirmeslied gesungen.

 

Wie jedes Jahr am Kirmessamstag konnten die angereisten Heimatfreunde bei einem Vortrag erfahren,

was sich im letzten Jahr in ihrer Stadt getan hatte. Während in den letzten Jahren vor allem Ereignisse

wie der Tunnelbau thematisiert und mit Bildern untermalt wurden, war dieses Jahr die neue Heimatstube

das Hauptthema, sie wurde mit Bildern auf Großleinwand vorgestellt.

Nach dem Vortrag einer Kirmesgeschichte auf Platt, nutzten die Heimkehrer

die Gelegenheit um sich über alte und neue Zeiten auszutauschen.

 

Westfälische Rundschau v. 17.05.2009

Eröffnung an der Alten Geer

Heimatstube hat eine Heimat

Gevelsberg, 17.05.2009, Von Daniela Schüssler,

Gevelsberg hat eine eigene Heimatstube. Nach jahrelangen Bemühungen konnten die Mitglieder des

Heimatvereins nun gemeinsam mit geladenen Gästen und Freunden die Räumlichkeiten in der

ehemaligen Hauptschule Alte Geer eröffnen

.

Unglaubliche 100 Jahre weit reichen die Diskussionen um ein Heimatmuseum oder eine Heimatstube

in der Stadt zurück. Letztmals intensiviert wurden die Gespräche nach einem im Jahr 2006 gestarteten

Aufruf. Mit Unterstützung der Fliedner Stiftung, die einen Kellerraum im alten Krankenhaus zur

Verfügung stellte, engagierte sich der Heimatverein im Rahmen der Aktion „Gevelsberger Schätze

bewahren” und forderte die Bevölkerung auf, bei sich nach eben diesen Schätzen zu forschen.

Das Ergebnis war überwältigend, und so platzte der kleine Raum schnell aus allen Nähten.

 

Bürgermeister Claus Jacobi konnte den Heimatfreunden schließlich mitteilen, dass sie das ehemalige

Sekretariat der Hauptschule Alte Geer als Heimatstube nutzen dürfen. Voller Elan machten sich die

Mitglieder an die Renovierungs- und Einrichtungsarbeiten und verwandelten die hellen Räume so

in eine lebendige Zeitreise durch Gevelsberg. „Ein Glücksfall waren dabei die Vitrinen der Schule,

die wir zu Ausstellungszwecken behalten durften”, freute sich der stellv. Vorsitzende des

Heimatvereins, Günter Decker.

Bücher, Haushaltswaren und sogar Orgelpfeifen

In mehreren Räumen und zahlreichen Schränken sind nun Bücher, Haushaltswaren, alte Küchengeräte

wie ein antiker Herd mit eingebautem Waffeleisen, Nähmaschinen, Einblicke in die heimische Industrie

und sogar Orgelpfeifen aus der Lukaskirche zu sehen. Doch das ist längst nicht alles. „Wir haben etwa

noch einmal soviel in Kisten verpackt und könnten noch mal so viel Fläche füllen”, erzählte Günter Decker.

Noch mehr Keller-Schätze gab es zudem bei der Eröffnungsfeier. Viele Gäste hatten etwas Schönes für

die Heimatstube gefunden und überreichten es Günter Decker und der Vorsitzenden des Heimatvereins,

Marlis Schäfer. Ein Lob gab es von Landrat Dr. Arnim Brux, Bürgermeister Claus Jacobi, dem Vorsitzenden

des Kreisheimatbundes, Hans Höfinghoff und dessen Stellvertreterin Ulrike Brux.

 

Die Heimatfreunde hoffen, mit ihrem Projekt Schulen und Kindergärten erreichen oder auch

Wechselausstellungen durchführen zu können. Kontaktdaten auf der Homepage des Vereins:

www.heimatverein-gevelsberg.de.

 

Am Mittwoch, 20 Mai, ist die Heimatstube von 16 bis 18 Uhr geöffnet. Regelmäßige Öffnungszeiten

ab Juni: jeden zweiten Mittwoch im Monat von 16 bis 18 Uhr und jeden dritten Samstag von 11 bis 14 Uhr

sowie nach telefonischer Vereinbarung mit Marlis Schäfer, 02332/81053.

 

Westfalenpost v. 17.01.2009

Kornbrennerei Saure wird jetzt erst einmal entrümpelt

Gevelsberg, 16.01.2009, Von Kirsten Niesler

Mit dem neuen Jahr wird sich in der alten Kornbrennerei Saure im Dorf eine Menge bewegen.

Die Weichen dazu stellte die außerordentliche Mitgliederversammlung des Verschönerungsvereins

Gevelsberg (VVG) am 17. Dezember (WP berichtete).

Marlis Schäfer, Axel Mertins und Michael Pfleging (von links) hielten in der alten Kornbrennerei Saure Ausschau nach Dingen für das Museum des Heimatvereins. Foto: Kirsten Niesler (WP)

Marlis Schäfer, Axel Mertins und Michael Pfleging (von links) hielten in der alten Kornbrennerei Saure

Ausschau nach Dingen für das Museum des Heimatvereins. Foto: Kirsten Niesler

 

Das Produktionsgebäude des ehemaligen Brennerei-Ensembles Saure wurde 1888 errichtet und als

erstes Gebäude 1983 in die städtische Denkmalliste aufgenommen. 25 Jahre schon dauern die

Bemühungen an, diesen in der Keimzelle der Stadt angesiedelten Gebäudekomplex zu erhalten.

Nach dem einstimmigen Votum der Mitgliederversammlung packt der Verschönerungsverein das

ehrgeizige Projekt nun an.

 

Im Frühjahr geht es mit der Entrümpelung los. Gerettet werden vorher aber noch einige alte Schätzchen

für das Museum des Heimatvereins. Dessen Vorsitzende Marlis Schäfer warf mit Axel Mertins in diesen

Tagen einen Blick auf die Innenausstattung der Kornbrennerei. Sie entschieden sich für eine Kartoffelwaage,

Tonkrüge, Schilder und technische Instrumente. Diese industriellen Erinnerungsstücke werden aus dem

Gebäude geholt, sobald die Außentemperaturen etwas angestiegen sind.

 

Im Erhalt dieses Denkmals und seiner Nutzung als Bürger- und Kulturzentrum sieht der Verschönerungsverein

auch die Erfüllung einer Bürgerpflicht, nämlich sich für ein attraktives Gevelsberg zu engagieren. Mit der

hergerichteten Kornbrennerei kann dann ebenso die Stadt auf eine repräsentative Stätte mit Ambiente und Stil

für offizielle Anlässe wie Empfänge und dergleichen zurückgreifen. Die äußere Fassade wird so wiederhergestellt,

wie sie einmal ausgesehen hat.

 

Der Verschönerungsverein wird das Haus auch bewirtschaften. Durch Mieteinnahmen sollen die laufenden Kosten

wieder eingespielt werden. Vorstellbar sind Familien- und Vereinsfeiern, ebenso Lesenächte für Kinder, Seminare,

Konzerte und vieles mehr. Das Parterre wird barrierefrei zu erreichen sein.

 

Es wird nicht jeden Tag in dem Haus gefeiert, doch ist auch an die Anwohner gedacht. Eine Entlüftung über das

Dach oder andere Maßnahmen sollen den Lärmpegel niedrig halten. Was die Parkmöglichkeiten angeht, so laufen

Gespräche, den Schulhof der Musikschule als Stellplatz nutzen zu können. Im Gegenzug will der Verschönerungsverein

Spielgeräte auf dem Hof der Grundschule Strückerberg aufstellen.

 

Altbürgermeister Dr. Klaus Solmecke hat über die bisherigen Überlegungen hinaus eine Förderinitiative angeregt.

Deren Unterstützung könne es dem Verein ermöglichen, zum Beispiel eine hochwertigere Innenausstattung zu

erwerben als bisher im Budget vorgesehen. Rainer Brune und Michael Habbel schlugen eine Baustellenparty vor,

deren Erlös ebenfalls in das Projekt einfließen könne.

Dr. Klaus Solmecke zu dem Vorhaben des Verschönerungsvereins: "Kein anderer Verein hätte den Mut aufgebracht,

dieses städtebaulich bedeutende Projekt in Angriff zu nehmen."

 

Baubeginn soll nach der Kirmes sein, die Einweihung in der zweiten Häfte nächsten Jahres.

 

Westfalenpost v. 17.12.2008

"Greinkohl met Broatschiewen"

Gevelsberg, 16.12.2008 Gevelsberg. (wp)

Die Weihnachtsfeier des Heimatvereins mit dem traditionellen Essen nach einem Rezept aus Omas

Küche stand diesmal unter keinem allzu guten Stern. An Omas Küche lag´s freilich nicht.

Trotz Abwesenheit hatte der Nikolaus lecker gekocht: Grünkohl mit Bratkartoffeln, Mettwurst und Speck. Foto: Sauer (WP)

Trotz Abwesenheit hatte der Nikolaus lecker gekocht: Grünkohl mit Bratkartoffeln, Mettwurst und Speck.

Foto: Sauer

Aber: Nicht nur, dass einige Heimatfreunde aufgrund eines offenbar um sich greifenden Erkältungsbazillus

absagten, musste selbst die 1. Vorsitzende Marlis Schäfer, die alle Vorbereitungen getroffen hatte, aus

diesem Grund das Bett hüten. Zwangsläufig fehlte somit auch der Nikolaus. Beide dürften in Gedanken

jedoch den ganzen Freitagabend bei ihren Heimatfreunden gewesen sein.

 

So begrüßte 2. Vorsitzender Günther Decker die Teilnehmer. Bevor das Essen aufgetischt wurde, sorgten

Ehrenvorsitzender Dieter Krakrügge und Friedrich-Wilhelm (Charlie) Potthoff mit Geschichten op Platt sowie

in hochdeutscher Sprache, auch mit weihnachtlichem Inhalt, für allgemeine Erheiterung. Mit Günter Dabruck (Gitarre)

und Klaus Furmanek (Akkordeon) wurden Weihnachtslieder gesungen. Allerdings musste sich das Duo wegen

anderer (privater) Verpflichtungen frühzeitig verabschieden. Bürgermeister Claus Jacobi und seine Desirée ließen

es sich zusammen mit dem Landtagsabgeordneten Hubertus Kramer nicht nehmen, auf ihrer Weihnachtsfeiertour

für ein Stündchen auch beim Heimatverein, dem sie als Mitglieder angehören, vorbeizuschauen.

Trotz seiner Abwesenheit hatte der Nikolaus gut gekocht. Aus Omas Küche gab es "Greinkohl met Broatschiewen,

Mettworss un Speck". Das Urteil war einhellig: Schmeckt prima! Ein Dankeschön für fleißige Bedienung verdiente

sich die Familie Külpmann. Natürlich gab es nach dem Essen noch viel zu erzählen.

 

Westfalenpost v. 06.10.2008

Heimatverein fand neues Zuhause

Gevelsberg, 05.10.2008, Von Ralf Sichelschmidt

Bürgermeister Claus Jacobi überreicht die Schlüssel für die neuen Räume des Heimatvereins: v. l. Cornelia Külpmann, Günter Decker (2. Vorsitzender), Marlis Schäfer (Vorsitzende), Bürgermeister Claus Jacobi, Axel Mertins, Lore Molke. Foto: Ralf Sichelschmidt (WP)

Bürgermeister Claus Jacobi überreicht die Schlüssel für die neuen Räume des Heimatvereins:

v. l. Cornelia Külpmann, Günter Decker (2. Vorsitzender), Marlis Schäfer (Vorsitzende),

Bürgermeister Claus Jacobi, Axel Mertins, Lore Molke. Foto: Ralf Sichelschmidt

 

Der Heimatverein Gevelsberg hat seit Samstag eine neue Bleibe. Er ist jetzt im Gebäude der

ehemaligen Hauptschule Alte Geer beheimatet.

Im Jahre 1917 kam erstmals der Gedanke auf, ein Heimatmuseum in Gevelsberg einzurichten.

Der Heimatverein bemühte sich seit Jahren, hierfür geeignete Räume zu finden. Doch erst jetzt,

91 Jahre nach den ersten Überlegungen der damaligen Verantwortlichen, konnte Bürgermeister

Claus Jacobi der Vorsitzenden des Heimatvereins, Marlis Schäfer, und dem 2. Vorsitzenden,

Günter Decker, die Schlüssel für neue Räumlichkeiten im Gebäude der ehemaligen Hauptschule

Alte Geer übergeben. Die angrenzende Realschule wird diesen Bereich nicht nutzen.

 

Bei der Schlüsselübergabe waren vom Heimatverein noch mit dabei Cornelia Külpmann,

Lore Molke und Axel Mertins. Die Zusammenlegung der beiden Hauptschulen Alte Geer und

West hatte es der Stadt ermöglicht, die nun leer gewordenen Räume an der Geer dem Verein

zu vermieten. Der Heimatverein residiert in der früheren Verwaltung, wo sich Sekretariat,

Lehrerzimmer und Schulleiterzimmer befunden hatten.

 

Die drei Zimmer mit circa 150 Quadratmetern Grundfläche dienen zur Unterbringung der

Exponate, für Ausstellungen, Vorträge und Sitzungen des Heimatvereins.

 

In den nächsten Wochen wollen Marlis Schäfer und ihre Mitstreiter die bei der Fliedner-Stiftung

gelagerten "Gevelsberger Schätze" zur Geer schaffen. Marlis Schäfer dankte bei der

Schlüsselübergabe ausdrücklich der Fliedner-Stiftung für die bisherige Lagerung der Objekte.

Aufgrund der besseren Stellmöglichkeiten will der Heimatverein auch einige Maschinen im neuen

Museum ausstellen.

 

Eines der nächsten Projekte des Heimatvereins ist das Aufstellen historischer Maschinen entlang

des Fußweges an der Ennepe. Dazu sollen erläuternde Schilder gefertigt und installiert werden.

 

Westfälische Rundschau v. 06.10.2008

Heimatverein hat endlich eine Heimat

Gevelsberg, 05.10.2008, Von Christina Makarona"

Bürgermeister Claus Jacobi übergab den Schlüssel der Ex-Hauptschule Alte Geer an die Vorsitzende des Heimatvereins, Marlis Schäfer. Mit ihnen freuten sich die Vereinsmitglieder Cornelia Külpmann, Günter Decker, Lore Molke und Axel Mertins (hi, v.li.). (Foto: ChM) (Christina Makarona)

Bürgermeister Claus Jacobi übergab den Schlüssel der Ex-Hauptschule Alte Geer an die

Vorsitzende des Heimatvereins, Marlis Schäfer. Mit ihnen freuten sich die Vereinsmitglieder

Cornelia Külpmann, Günter Decker, Lore Molke und Axel Mertins (hi, v.li.). (Foto: ChM)

 

Nach 91 Jahren ist es endlich soweit", sagt Marlis Schäfer. Mit großen Augen greift sie nach

den Schlüsseln, die Bürgermeister Claus Jacobi in der Hand hält. Diese Schlüssel öffnen seit

Samstag die neuen Räume des Gevelsberger Heimatvereins.

 

Wirklich neu sind die Räume, die dem Heimatverein seit dem Wochenende zur Verfügung stehen,

allerdings nicht. "Sie werden nur anders genutzt", so die Vereinsvorsitzende Marlis Schäfer.

In der ehemaligen Hauptschule "Alte Geer" können sich die Mitglieder des einstigen

"Heimatbundes" nun ausbreiten.

 

"Wir nutzen jetzt drei Zimmer im Verwaltungsgebäude, darunter das alte Lehrerzimmer und

das Sekretariat. Wir haben eigene Toiletten und eine Abstellkammer", zählt Marlis Schäfer

die neu gemieteten Räumlichkeiten auf.

 

Auf insgesamt 100 Quadratmetern sollen gesammelte Maschinen, Dokumente, Werkzeuge

und andere "Gevelsberger Schätze mit dem Schwerpunkt Industrie" ausgestellt und aufbewahrt werden.

 

"Die Idee für ein Gevelsberger Heimatmuseum kam schon vor 91 Jahren zur Sprache", erklärt

die 63-jährige Schäfer, obwohl es seinerzeit noch keinen Heimatverein gab. Erst am

25. November 1946 wurde der "Heimatbund Gevelsberg" gegründet. "In all diesen Jahren hat es

leider nicht die Möglickeit gegeben, dem Heimatverein Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen",

erklärt Bürgermeister Claus Jacobi die "späte Hilfestellung".

 

Ein Museum soll die "Heimatstube" trotzdem nicht werden. "Wir möchten auch keine Konkurrenz

zum Stadtarchiv sein", so Marlis Schäfer. Lediglich die "Erfassung, Erhaltung, Förderung, Vermehrung

und Vermittlung der Kenntnisse auf allen Gebieten der Heimatkunde des Gevelsberger Raumes" soll

sichergestellt werden. "Wir wollen den Gevelsbergern zeigen, wie die Menschen früher lebten und wie

sich die Industrie im Laufe der Jahrzehnte und Jahrhunderte entwickelt hat".

 

Bislang konnten die Mitglieder des Heimatvereins gesammelte Schätze in der Fliedener-Klinik aufbewahren.

"Dafür sind wir natürlich sehr dankbar, aber das Zimmer war zu klein, um Ausstellungen zu

planen", so Marlis Schäfer.

 

Das Raumproblem ist durch die Schlüsselübergabe am Samstag Vormittag gelöst worden. Jetzt wollen

die Vereinsmitglieder mit dem Ausschmücken der Alten Geer beginnen; geplant ist die Eröffnung der

neuen Heimatstube für das kommende Frühjahr. Bis dahin sucht der Heimatverein noch Mitglieder, vor

allem aber auch Sponsoren. "Erwünscht sind alte Gegenstände, die wir in unserer Stube ausstellen

können - egal ob Fotografien, Gemälde, Kindernähmaschinen oder alte Industriemaschinen", so Marlis Schäfer.

 

Westfälische Rundschau v. 05.12.2007

Ex-Gevelsberger brachten Mini-Hippendorf mit

Von Christina Makarona

Pünktlich reisten die Auswärtigen in ihre alte Heimat, ungeachtet der Distanzen, die manch einer

zurücklegen musste. „Herr Kien lebt in Spanien. Es ist aber nicht das erste Mal, dass er uns mit

seiner Anwesenheit ehrt". Anders als Frank Hennoch, der am Samstag erstmalig am Treffen teilnahm.

Zwar wohnt dieser „nur" in Hagen, brachte aber seine „zahlreichen Erfahrungen aus Weltreisen" mit.


Unter den Gästen fanden sich nicht nur Ehemalige, sondern auch jetzige Bewohner Gevelsbergs wieder:

Bürgermeister Claus Jacobi ließ es sich traditionsgemäß nicht nehmen, die Stadt zu präsentieren und

über Neus zu berichten. SPD-Landtagsabgeordneter Hubertus Kramer begrüßte u. a. das Ehepaar

Reinhard und Kathrin Kern aus Dessau, die trotz ihrer Abwesenheit noch immer der KG Grün-Weiß

angehören. Oder Uschi und Peter Schunge aus Düsseldorf und die Familie Klön aus Berlin, die seit

Jahren am Treffen der Ehemaligen teilnehmen.


Das Ehepaar Wolfgang und Irmgard Sicks aus Velbert war ebenfalls vertreten. Sie waren es, die eine

ganz besondere Überraschung für die Gastgeber, also die Hippendorfer, bereit hielten: „Das Hippendorf

in Miniatur", gebastelt für das Kirmesgruppenmitglied Marlis Schäfer, die das Auswärtigentreffen seit

vielen Jahren zur Kirmes organisiert. 70 Einladungen, 18 Zusagen: Dennnoch freute sich Marlis Schäfer

über die Ex-Gevelsberger, die gekommen waren.