Die Geschichte des des Gevelsberger Heimatvereins e.V.


 

Gevelsberger Heimatverein, die Vereinsgeschichte

65 Jahre im Dienste Gevelsbergs und seiner Bewohner

– Rentenalter gilt nicht für den Gevelsberger Heimatverein e. V. –

 

Gevelsberg zeichnet sich seit jeher durch engagierte Bewohnerinnen und Bewohner sowie ein vielfältiges Vereinsleben aus. Seit 65 Jahren ist nun auch der Gevelsberger Heimatverein fester Bestandteil des Gemeinwesens unserer Heimatstadt. Jubiläen sind stets ein guter Anlass zur Rückschau auf die Vergangenheit, aber gleichzeitig auch eine Gelegenheit, die Gegenwart zu betrachten und einen Ausblick in die Zukunft zu wagen.

Der Gründung eines Heimatvereins waren schon nach dem Ersten Weltkrieg Bestrebungen vorausgegangen, als der Gevelsberger Verkehrsverein im Jahre 1925 „im Vorgriff auf einen etwaigen Heimatverein einen Heimatausschuss“ (*) in seiner Satzung verankerte. Dieser Heimatausschuss hatte bereits im Jahre 1918 zur  Gründung eines Heimatmuseums aufgerufen.

Die Zeitumstände, insbesondere während der Jahre 1933 bis 1945, ließen die Gründung eines neuen Heimatvereins aus den verschiedensten Gründen nicht zu.

Im September 1946 – die ersten demokratischen Kommunalwahlen nach der Diktatur hatten gerade stattgefunden – wurde das Thema „Heimat“ in Gevelsberg erneut aufgegriffen. Als Leiter der Stadtverwaltung übernahm der damalige Stadtdirektor Erich Blumenroth die Koordination der Gespräche im Vorfeld. So wurde der Gymnasiallehrer Emil Böhmer aus Schwelm, der bereits „in den 1920er Jahren als Kreisheimatpfleger die ‚Arbeitsgemeinschaft Ennepe-Ruhr-Süd’ im Westfälischen Heimatbund ins Leben gerufen hatte“ (*), am 25. November 1946 in den Sitzungssaal des damaligen Rathauses eingeladen. Die Gründung des Gevelsberger Heimatvereins als „Heimatbund Gevelsberg“ wurde der Überlieferung nach an diesem Tag beschlossen. Im Sommer des Jahres 1947 genehmigte die britische Militärregierung den Verein.

26 Jahre sollte der Verein nun „Heimatbund Gevelsberg“ heißen. Die Vorsitzenden in dieser Zeit waren Bürgermeister Gustav Trost (1946 bis 1951), Otto Remmert (1951 bis 1961) und Hans Schulz (1961 bis 1972). In der Versammlung am 4. Mai 1972 wählten die Mitglieder den Unternehmer Carlfriedrich Hückinghaus zum Vorsitzenden. Gleichzeitig wurde entschieden, den „Heimatbund Gevelsberg“ in „Gevelsberger Heimatverein“ umzubenennen und den Verein in das Vereinsregister eintragen zu lassen. Seither führt der Gevelsberger Heimatverein den Zusatz „e. V.“ (eingetragener Verein).

Bis zu seinem Tode im Jahr 1989 war Carlfriedrich Hückinghaus Vorsitzender. Ihm folgte Dieter Krakrügge von 1989 bis 1990 zunächst als kommissarischer Vorsitzender. Am 7. Februar 1990 wurde Dieter Krakrügge von der Mitgliederversammlung zum Ersten Vorsitzenden gewählt und führte den Verein bis in das Jahr 2002.

Am 15. März 2002 übernahm Marlis Schäfer den Vorsitz. In Ihrer Amtszeit konnte der schon lange von den Vereinsmitgliedern, der Stadt und der Bürgerschaft gehegte Wunsch nach eigenen Räumlichkeiten realisiert werden. Um sich intensiver der am 16. Mai 2009 eröffneten Heimatstube zu widmen, gab sie den Vorsitz am 12. März 2010 an Günter Decker ab, der seitdem den Verein führt.

Ein Schwerpunkt der Vereinsarbeit liegt in der Betreuung der Heimatstube. Marlis Schäfer rief 2006 als Vorsitzende die Initiative „Gevelsberger Schätze bewahren“ ins Leben. Die Gevelsberger wurden aufgerufen, in ihren Kellern und auf den Dachböden nach Zeugnissen Gevelsberger Vergangenheit zu suchen. Damit war der Grundstein für eine Heimatstube gelegt. Im alten Gevelsberger Krankenhaus stellte die Theodor-Fliedner-Stiftung einen Raum zur Verfügung, der jedoch schnell zu klein wurde und auch keine Präsentationen der gesammelten Gegenstände erlaubte.

Mit Zusammenlegung der Hauptschule Alte Geer und der Hauptschule West wurden in dem Gebäude an der Geer drei Räume frei, die die Stadtverwaltung seit 2009 dem Heimatverein zur Verfügung stellt (Anschrift: Alte Geer 6, Gebäude zwischen der Städtischen Realschule und der Firma D. Entrup-Haselbach GmbH & Co. KG). Im ehemaligen Sekretariat, im Rektorat und im Lehrerzimmer befindet sich nun die Heimatstube. Ein Ort, der nach der Zwischenlösung im alten Gevelsberger Krankenhaus ein absoluter Glücksfall war und noch ist.

In der Heimatstube wird gesammelt und ausgestellt, was für Gevelsberg Bedeutung hat. Hier hat alles seinen Platz, was von Gevelsbergern oder für Gevelsberger hergestellt wurde. Auch findet man in der Heimatstube Haushaltsgegenstände, die das Leben der vergangenen Generationen in Gevelsberg anschaulich machen. Schnell fühlt man sich in Omas „gute Stube“ zurückversetzt und findet Dinge, die man längst vergessen glaubte, an deren Verwendung man sich aber dennoch gut erinnern kann. Ständig wird die Sammlung durch Schenkungen und Leihgaben erweitert. Was am 3. Januar 2006 mit der Initiative „Gevelsberger Schätze bewahren“ begann, ist heute dank der vielen Stifter und Leihgeber zu einer beachtlichen Sammlung geworden.

Für den Ausbau der heimatgeschichtlichen Sammlung werden weiterhin Gegenstände gesucht. Wer sich nicht sicher ist, ob der eine oder andere Gegenstand und das eine oder andere Schriftstück sammelwürdig ist, bekommt bei dem Vorstand des Heimatvereins oder im Stadtarchiv eine fundierte Auskunft. Die Heimatstube hat jeden zweiten Mittwoch von 16 bis 18 Uhr und jeden dritten Samstag eines Monats von 11 bis 14 Uhr geöffnet. Natürlich können auch individuell Besichtigungstermine vereinbart werden.

Im Rahmen des vom Kultursekretariat NRW Gütersloh geförderten Projektes „Kulturstrolche“ befassten sich die dritten Klassen der Grundschule Silschede mit dem Thema Stadtgeschichte. Durch eine Dorfführung und den Besuch der Heimatstube sowie die Vor- und Nachbereitungsphasen im Unterricht wurden die Schüler zu Experten in Sachen Heimatgeschichte. Das Interesse war seitens der Schüler und der Schule so groß, dass weitere Schulklassen als „Kulturstrolche“ die Heimatstube besuchen werden. Man sieht: Heimat ist keine Frage des Alters.

An Aktivitäten hat der Gevelsberger Heimatverein so einiges zu bieten: Naturkundliche Wanderungen, Führungen durch das Stadtgebiet, Ausflüge, das traditionelle Auswärtigentreffen zur Kirmes, ein Herbstfest und eine Weihnachtsfeier. Bis heute unterstützt Dieter Krakrügge als Ehrenvorsitzender die Arbeit des amtierenden Vorstands und fördert unter anderem als Leiter des monatlich stattfindenden Treffs „Plattdütsche Frönne“ die Erhaltung der plattdeutschen Sprache in Gevelsberg. An jedem vierten Dienstag im Monat lädt er um 18 Uhr Interessierte in die Gaststätte „Im Hippendorf“ (Lindengrabenstraße 27) ein, um mit ihnen „auf Platt“  zu klönen und damit ein wertvolles Kulturgut unserer Region zu bewahren.

Redakteure der seit 1975 erscheinenden „Gevelsberger Berichte“ waren in der Vergangenheit Rolf Liesegang und Dr. Margarete Korn. Dieses Engagement für Gevelsberg ist an dieser Stelle ausdrücklich zu würdigen. Die Redaktion  der  vorliegenden „Gevelsberger Berichte“ haben nun erstmals Günter Decker als 1. Vorsitzender des Gevelsberger Heimatvereins sowie Kirsten Niesler, ehemalige Redaktionsleiterin der Westfalenpost  Ennepe-Süd und Preisträgerin des Alfred-Müller-Felsenburg-Preises 2011 übernommen. Die Firma a.v.t. Communication GmbH, namentlich Detlef Sauerborn, hat wieder die Gestaltung und Drucklegung in bewährter Weise übernommen.

Es gibt sicherlich noch weitere Personen, die sich um den Verein und die Gevelsberger Stadtgeschichte verdient gemacht haben. Sie alle an dieser Stelle namentlich zu nennen, würde den Rahmen sprengen. Daher wird auf die „Gevelsberger Berichte“ der Vergangenheit und der Zukunft verwiesen. Man wird regelmäßig auf bekannte und auch auf unbekannte Namen stoßen, genauso, wie Unbekanntes und auch Bekanntes in dieser Veröffentlichungsreihe abgedruckt wird.

Der Gevelsberger Heimatverein hat sich, wie es in der Satzung festgeschrieben wurde, die „Erfassung, Erhaltung, Förderung, Vermehrung und Vermittlung der Kenntnisse auf allen Gebieten der Heimatkunde des Gevelsberger Raumes im weitesten Sinne“ zum Ziel gesetzt. Ein Ziel, das durch einen Vereinsvorstand allein nicht zu erreichen ist. Hierfür benötigt ein Verein Mitglieder und Förderer. Rund 230 Mitglieder hat der Heimatverein zurzeit. Diese unterstützen den Heimatverein und zeigen damit dessen gesellschaftliche Akzeptanz und Verankerung in Gevelsberg.

Sehr freuen würde sich der Heimatverein über neue Mitglieder. Mitglied kann jeder werden, für zurzeit 12 Euro im Jahr. Mit diesem für einen Einzelnen geringen Beitrag wird in der Gesamtheit für unsere Heimatstadt Gevelsberg viel möglich. Nur durch die Unterstützung vieler und auch jüngerer Menschen kann die Vergangenheit erfolgreich durch die Gegenwart in die Zukunft getragen werden. Dies zu schaffen, ist Sinn, Zweck und Anspruch unseres Vereins – im Dienste Gevelsbergs und seiner Bewohner.

 

Der Vorstand setzt sich heute wie folgt zusammen:

1. Vorsitzender: Günter Decker

2. Vorsitzender: Thorsten Prinz

Kassierer: Alexander Rose

Schriftführer: Jürgen Reuter

 

Beisitzer bzw. Fachstellenleiter sind:

Cornelia Bildheim

Marlis Schäfer

Dr. Hans Feld

Bürgermeister Claus Jacobi

Dieter Krakrügge

Axel Mertins

Helge Mannott

Detlef Weißenborn

 

 

verwendete Quellen:

Fritz Sauer: „40 Jahre Heimatverein“ in Gevelsberger Berichte Nr. 2 (1987).

Rolf Liesegang: „So begann es...“ in Gevelsberger Berichte Nr. 6 (1996).

Dieter Krakrügge: „...und so ging es weiter“ in Gevelsberger Berichte Nr. 6 (1996).

Detlef Sauerborn: „2006: Heimatverein startet die Initiative ‚Gevelsberger Schätze bewahren’“ in „Gevelsberg 2006“, Jahresmagazin der Stadt Gevelsberg.

 

Zitate:

(*) Rolf Liesegang: „So begann es...“ in Gevelsberger Berichte Nr. 6 (1996).

 

Autor:

Thorsten Prinz , Im Dezember 2011

 

 

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Gevelsberg, unsere Heimatstadt 

 

Gevelsberg ist eine Stadt mit etwa 33000 Einwohnern am südlichen Rand des Ruhrgebietes. Trotz der unmittelbaren Nachbarschaft der Großstädte Wuppertal, Hagen und Dortmund konnte sich Gevelsberg bis heute eine eigene Identität bewahren. Mit acht weiteren Städten bildet Gevelsberg den Ennepe-Ruhr-Kreis.

 

Im Jahre 2001 wurde der Stadt Gevelsberg wegen ihrer Bemühungen um internationale Toleranz und der Förderung des europäischen Gedankens eine besondere Ehre zuteil, als sie von der Europäischen Union mit der „Europäischen Ehrenfahne“ ausgezeichnet wurde. Damit wurden nicht nur die seit 1973 mit der französischen Stadt Vendôme und seit 1996 mit der polnischen Stadt Szprotawa bestehenden Städtepartnerschaften gewürdigt, sondern auch die mittlerweile engen Kontakte zur italienischen Stadt Butera auf Sizilien, die seit 2004 unsere Partnerstadt ist.

 

Die heimische Wirtschaft ist trotz des seit drei Jahrzehnten währenden strukturellen Wandels auch heute noch durch die traditionellen mittelständischen Betriebe der Metallverarbeitung geprägt. Neue Gewerbegebiete sind an mehreren Orten der Stadt im Wachsen. Dynamische Ideen, oft verbunden mit dem der Region eigenen „Know how“, ließen neue Arbeitsplätze entstehen.

 

Die günstige Verkehrslage mit den Anbindungen an die Autobahnen A 1, A 43 und A 46 und vier S-Bahn-Stationen sorgt nicht nur für einen regen Austausch an Waren und Dienstleistungen, sondern auch für einen hohen Wohnwert: Denn sowohl die großen Städte des Ruhrgebietes als auch die des Rheinlandes sind schnell erreichbar.

 

Mit dem „Schwimm in Gevelsberg“ hat unsere Stadt ein Schmuckstück im Freizeitbereich zu bieten. Das Hallenbad wurde grundlegend umgestaltet und ist heute ein Besuchermagnet weit über die Kreisgrenzen hinaus.

 

Fünf Grund-, eine Haupt-, eine Realschule und ein Gymnasium sowie eine Förderschule stehen den Schülerinnen und Schülern in Gevelsberg zur Verfügung. Hinzukommt eine privat geführte Grundschule. Das Gymnasium wird auch von den Heranwachsenden aus unserer Nachbarstadt Sprockhövel besucht. Umgekehrt besuchen Gevelsberger Schüler die Gesamtschule in Sprockhövel-Haßlinghausen und Hagen-Haspe.

 

Zahlreiche Kindergärten in allen Ortsteilen helfen den jüngsten Bürgern unserer Stadt beim Knüpfen erster sozialer Kontakte zu Gleichaltrigen. Die modernen Mehrzweckhallen im Sportzentrum West ermöglichen nicht nur hochkarätigen Vereins- und Schulsport, häufig wurden hier auch schon internationale Wettkämpfe ausgetragen. Das Stadion Stefansbachtal, landschaftlich reizvoll und doch zentral gelegen, steht Vereinen und Schulen zur Verfügung. Dieses und die weiteren Sportplätze in Gevelsberg sind grundlegend modernisiert worden mit Natur- und Kunstrasen. Bei den Politikern in Gevelsberg hatten diese Vorhaben einen hohen Stellenwert.


 

Bürgermeister der Stadt Gevelsberg ist seit 2004 Claus Jacobi (SPD). Dessen herausragendes Wahlergebnis von über 88% im Jahre 2014 beweist, dass Claus Jacobi über alle Parteigrenzen hinweg in Gevelsberg von den Bürgerinnen und Bürgern hoch geschätzt wird.

 

Alljährlich am letzten Juni-Wochenende findet die Gevelsberger Kirmes statt. Fünf Tage lang lockt dieses größte Volksfest der Region mehrere Hunderttausend Besucher an. Höhepunkt der Kirmes ist der sonntägliche Kirmeszug, der von 12 Kirmesgruppen aus allen Ortsteilen, vielen Musikgruppen und sonstigen Vereinen gestaltet wird. Zahlreiche gebürtige Gevelsberger reisen selbst aus anderen Kontinenten an, um an der Kirmes teilnehmen zu können.